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Berufsunfähigkeitsversicherung

Warum Versicherer jeden fünften BU-Antrag ablehnen

Das Thema Berufsunfähigkeit (BU) betrifft hierzulande jeden Vierten im Laufe seines Erwerbslebens mindestens einmal. Weil dann das Arbeitseinkommen wegfällt, verlieren die meisten Menschen ihre wichtigste Einnahmequelle. Um diesen Einkommensausfall abzufedern, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung helfen.

Bei neu abgeschlossenen Verträgen ist im Schnitt eine jährliche Leistung von 10.800 Euro versichert. Das zeigt eine Umfrage des Branchenverbands GDV unter seinen Mitgliedsunternehmen, die einen Marktanteil von 80 Prozent ausmachen. Erfasst sind dabei nicht nur selbstständige Verträge, sondern auch Zusatzversicherungen.

Entscheidung über BU-Rente dauert 10 Tage

Liegen dem Versicherer alle Unterlagen vor, vergehen im Schnitt zehn Tage, bis der Versicherer die Angaben geprüft und entschieden hat, ob der Versicherte berufsunfähig ist und die für diesen Fall vereinbarte Leistung ausgezahlt wird. Insgesamt dauert es von der ersten Meldung bis zur Auszahlung durchschnittlich 110 Tage.

Davon vergehen 65 Tage, bis der Versicherte alle notwendigen Unterlagen gesammelt und an die Versicherung übermittelt hat. Fordert die Versicherung einen ärztlichen Befund über den Zustand des Versicherten an, dauert es 22 Tage bis zur Antwort des Arztes. Bei Unklarheiten gibt der Versicherer ein medizinisches Gutachten in Auftrag.

Gutachten meistens günstig für Versicherte

Ein solches medizinisches Gutachten wird allerdings nur in 6 Prozent aller Fälle erstellt. Dabei prüft ein Gutachter, ob und inwieweit die Krankheit oder die Folgen eines Unfalls verhindern, dass der Versicherte die spezifischen Anforderungen seines Berufs erfüllen kann. 63 Prozent aller Gutachten führen zu einer positiven Leistungsentscheidung.

Ursachenforschung: Das sind die häufigsten Gründe für abgelehnte Anträge auf Leistungen einer Berufsunfähigkeits-Police. So gehen 13 Prozent aller Ablehnungen darauf zurück, dass der Versicherte eine Vorerkrankung oder ein riskantes Hobby nicht angegeben hat. Grafik: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Jeder 5. BU-Leistungsantrag wird abgelehnt

In rund einem Fünftel aller Fälle kann die Gesellschaft den Leistungsanträgen allerdings nicht nachkommen. Der häufigste Grund dafür ist mit aktuell 42 Prozent wie bereits in den vergangenen Jahren auch, dass der Versicherte nicht den vereinbarten Grad von Berufsunfähigkeit erreicht. Dieser liegt in der Regel bei 50 Prozent.

Und in 18 Prozent aller Fälle meldet sich der Versicherte nach der Antragsstellung nicht beim Versicherer zurück oder reicht keine weiteren Unterlagen ein. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn sich der Gesundheitszustand entgegen ersten Erwartungen schnell wieder verbessert hat, heißt es hierzu vom GDV.

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