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Gebäude der Swiss Life in Garching bei München: Neben dem aktuellen Testsieger in der Studie von Franke und Bornberg sowie Map-Report wurden weitere sechs Versicherer für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. | © Swiss Life Foto: Swiss Life

Berufsunfähigkeitsversicherungen

Diese 7 BU-Versicherer sind solide aufgestellt

Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat bereits in vorherigen Studien zur BU-Versicherung das Angebot am deutschen Markt unter die Lupe genommen. Das erste BU-Stabilitätsrating zeigt für Verbraucher und Vermittler jedoch ganz speziell, welche der Anbieter für langfristig verlässliche Konditionen und damit für Zukunftsfähigkeit stehen. 35 Gesellschaften erhielten dabei jetzt eine Gesamtbewertung. Davon erreichte mit sieben Teilnehmern jeder fünfte einen Platz in der Spitzengruppe (siehe Seite 2).

Bedarfsgerecht kalkulieren

Die Beitragskalkulation der BU-Versicherer wurde für das Jahr 2019 in verschiedenen Berufsgruppen untersucht – mit erwartungsgemäßen Ergebnissen. Denn die Bandbreite ist nach wie vor enorm, beim Brutto- wie auch beim Zahlbeitrag. Als Benchmark dient das jeweilige Beitragsmittel der aller verfügbaren Prämien der BU-Versicherer. Davon weichen die Beiträge in der Spitze um 50 Prozent (brutto) beziehungsweise 30 Prozent (netto) ab.

Michael Franke, Franke und Bornberg

„Der Markt ist sehr umkämpft, da sich aufgrund der anhaltenden Zinskrise viele Versicherer auf das Biometrie-Segment konzentrieren wollen“, erklärt Michael Franke. „Daher wird weiterhin sehr aggressiv kalkuliert. Es gibt Versicherer, die nur die Hälfte der marktüblichen Durchschnittsprämie aufrufen“, so der Geschäftsführer von Franke und Bornberg. „Ein solches Pricing ist nicht allein mit einer strengen Risikoselektion zu rechtfertigen.“

„Es zeigt deutliche Tendenzen zur Unterkalkulation“, analysiert Franke. Doch das gefährde auf die Stabilität der Versicherer, mahnt der Branchenexperte. Für ihn steht daher zu befürchten: „Die Freude über einen günstigen Beitrag könne schnell in eine böse Überraschung umschlagen, wenn Versicherer ihren Zahlbeitrag erhöhen müssten oder sogar Druck auf deren Regulierungspraxis entsteht.“

Risiken realistisch einschätzen

Die Einschätzung des beruflichen Risikos bildet – neben der Gesundheitsprüfung – eine tragende Säule der Antragsprüfung. Um noch feiner differenzieren und damit noch günstiger anbieten zu können, nutzen Versicherer vielfach ein Scoring-Modell, das sich am Anteil der kaufmännischen beziehungsweise körperlichen Tätigkeit und manchmal auch der Reisetätigkeit orientiert. Fragen nach Tätigkeitsanteilen aber öffnen Manipulationen Tür und Tor.

Außerdem bergen sie laut Franke das Risiko, dass der Beitrag unter der Bedarfsprämie bleibt. Diese Gefahr steigt weiter, sofern für Vermittler und Verbraucher Sprungstellen erkennbar werden, deren Überschreiten zu überproportionalen Steigerungen des Beitrages führt. „Hier ist absehbar, dass Angaben optimiert werden, um eine günstige Einstufung zu erlangen – regelmäßig zum Nachteil der kalkulierten Risikoverteilung im Versicherungskollektiv.“

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