Desinfektionstrupp in Brasilien: Hedgefonds sind laut HSBC-Experten solide durch die Corona-Krise gekommen | © imago images / ZUMA Wire Foto: imago images / ZUMA Wire

Besser als in der Finanzkrise

Hedgefonds widerstehen Corona-Chaos

Während die Verluste während der Finanzkrise bei mehr als 15 Prozent lagen, hat sich die Branche in der aktuellen Krise deutlich besser geschlagen. Hedgefonds haben zugleich an Qualität, Transparenz und Liquidität gewonnen und spielen mittlerweile für Investoren eine größere Rolle – insbesondere da Anleihen durch das niedrige Zinsniveau für traditionell diversifiziert aufgestellte Anleger an Attraktivität verloren haben.

Was wir bisher gesehen haben

Im ersten Quartal 2020 verzeichneten Hedgefonds einen Rückgang von durchschnittlich etwa 8 Prozent . Damit haben sie sich besser geschlagen als andere Anlageklassen. Ein typisches 60/40-Portfolio beispielsweise, das aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent festverzinsliche Wertpapiere besteht, kommt im ersten Quartal auf Verluste von etwa 13 Prozent.

Allerdings gibt es eine erhebliche Streuung zwischen den Hedgefonds-Stilen. Der jüngste Anstieg der Volatilität hat gezeigt, dass einige Hedgefonds-Strategien ähnliche Kursentwicklungen durchlaufen wie die Anleihe- und Aktienmärkten. Da Hedgefonds nicht alle gleich beschaffen sind, gibt es große Performance-Unterschiede.


Innerhalb der Hedgefonds hatten die Relative-Value-Strategien (RV-Strategien), die auf kurzfristige  Preisunterschiede zwischen Wertpapieren setzen, in diesem Jahr mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die negative Performance ist auf massive Verwerfungen zurückzuführen, als eine erhöhte Volatilität auf unzureichende Liquidität in Kombination mit Hebelwirkungen stieß.

Long-Short-Aktienstrategien indes, bei denen Aktien verschiedener Unternehmen ge- und verkauft werden, verbuchten im ersten Quartal 2020 Verluste von 11 Prozent bis 12 Prozent. Durch die Strategie konnten aber Verluste, die bei reinen Long-only-Aktienstrategien angefallen wären, etwa halbiert werden.

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