Mann am Laptop: Freie Finanzberater, die ihre Buchhaltung selbst in Angriff nimmt und sie bestmöglich automatisieen, können, kann viel Geld sparen. Foto: Burst / Unsplash.com

Bestes Investment auf lange Sicht

Buchhaltung und Steuern selbst in die Hand nehmen

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Als Berater und Finanzvermittler wird sich von Haus aus intensiv mit dem Vermögen anderer beschäftigt. In welcher Form Geld gut angelegt ist, wissen Finanzberater. Wie sieht es mit den eigenen Finanzen aus? Gerade im Hinblick auf das eigene Unternehmen braucht auch ein Finanzberater manchmal den Rat eines Experten – wenn es um das Thema Steuern geht.

Buchhaltung, Steuer und Finanzberatung lassen zwar sehr viele Schnittstellen erkennen. Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Finanzberater automatisch ein exzellenter Buchhalter ist – und schon gar nicht bei der Steuer jedes Schlupfloch kennt. Viele Finanzvermittler und Berater dirigieren solche Aufgaben nach außen.

Mittlerweile bieten Fintech-Unternehmen eine komplett automatisierte Buchhaltung an – inklusive der automatischen Rechnungstellung. Auf den ersten Blick wird so der zeitliche Aufwand für die lästige Buchhaltung einfacher. Aber: Einige Gründe sprechen dafür, diesen Aspekt nicht komplett aus der Hand zu geben.

  1. Kontrolle: Wer als Finanzberater die Bücher selbst führt, behält die Kontrolle. Gerade im Sinn der Reportings und laufenden Auswertungen ergeben sich hieraus Vorteile.
  2. Fehler erkennen: Solange die Buchhaltung nicht von externen Stellen erledigt wird, fallen Fehler schneller auf. Es kann passieren, dass Rechnungen falsch gestellt oder Skonti nicht korrekt abgerechnet werden. Statt nach dem Motto „aus den Augen – aus dem Sinn“ zu agieren, bringt selbständige Kontrolle mehr.

Beide Gründe dürfen nicht so verstanden werden, dass externe Buchhaltung und Steuerbüros keine Vorteile haben.

Jeder Chef muss aber in der Lage sein, aktuelle Zahlen zum Umsatz und Gewinn zu kennen. Sofern alles extern erledigt wird, geht diese Transparenz verloren. Jahresabschluss oder Bilanz werden fast immer Profis anfertigen. Den Weg dahin sollte immer klar sein.

Software hilft bei der Automatisierung

Buchhaltung und Steuern sind ein Themenbereich, der für viele Unternehmer – und Finanzberater sind hier keine Ausnahme – eher lästig ist. Viele Aspekte sorgen zwar für klare und prüfbare Strukturen, bedeuten auf der anderen Seite auch Aufwand. Mit dicken Büchern muss heute niemand mehr arbeiten.

Beides – die laufende Buchhaltung und alle steuerrelevanten Aspekte – lassen sich dank Digitalisierung einfach „auf Knopfdruck“ erledigen. Zugegeben, kann so einfach ist es nicht. Ein gewisser Aufwand steht immer noch dahinter. Aber: Moderne Buchhaltungssoftware macht es heute wesentlich leichter, Ein- und Ausgänge richtig zu buchen. Dies gilt zudem auch für die Lohnbuchhaltung, die auf diese Weise auch bei mehreren Beschäftigten übersichtlich bleibt.

Professionelle Tools beherrschen auch die doppelte Buchführung. Außerdem sind die Softwarelösungen häufig mit verschiedenen Schnittstellen versehen. Auf diese Weise kann direkt das Geschäftskonto eingebunden oder der Rechnungsversand automatisiert werden. Der Clou: Durch die elektronische Erfassung eines Rechnungsausgangs mit dem Kontoabgleich kann die Software den Rechnungseingang direkt prüfen – und einzelnen Konten zuweisen.

Schließlich werden:

  • Nettorechnungsbetrag
  • Umsatzsteuer

in der Buchhaltung sowie bei der Steuererklärung unterschiedlich behandelt. Interessant sind für Finanzberater natürlich auch IT-Lösungen, welche direkt an das Kundenmanagement angeschlossen werden können.

An dieser Stelle lässt sich nicht nur eine sinnvolle Verknüpfung aus Buchhaltung und CRM (Customer Relationship Management) erreichen. Mit den richtigen Softwarelösungen sind Auswertungen unter Gesichtspunkten wie der Performance einzelner Mandanten möglich. Was auf jeden Fall zur Software gehören sollte – die Chance, eine Schnittstelle zum Steuerberater einzurichten. Auf diese Weise lässt sich der Zeitfaktor erheblich minimieren.

Buchhalter und Steuerberater erledigen die Abschlussarbeiten

Täglich mit dem Geld der Mandanten zu tun haben schließt nicht ein, dass Finanzvermittler automatisch ausgewiesene Steuerexperten sind. Es schadet nicht, sich in diesem Bereich auszukennen. Viele Finanzberater arbeiten dennoch mit einem Steuerberater zusammen. Ein Grund: Es gelten für die Abgabe von Steuererklärung und Co. andere Fristen.

Den eigentlichen Jahresabschluss legen im Regelfall Steuerbüros an. Die Kosten hierfür variieren, werden aber über ein entsprechendes Gebührenverzeichnis errechnet. Bemessungsgrundlage ist nach dem Umsatz auch der Umfang und Aufwand.

Clevere Finanzberater arbeiten weit vor, um auf diesem Weg Kosten zu sparen. Wie funktioniert so etwas? Je mehr Aufgaben der Steuerberater bis zum fertigen Jahresabschluss übernehmen muss, umso teurer wird das Ganze natürlich. Wer die EÜR (Einnahmenüberschussrechnung) bereits fertig hat und ein komplettes AfA-Verzeichnis (AfA = Absetzung für Abnutzung) vorweisen kann, spart am Ende viel Geld.

Klar ist, dass eine komplette Übernahme der Buchhaltung und Steuererklärungen noch mehr finanzielle Entlastung bringt. Aber: Zwei Aspekte sprechen eher gegen diesen Schritt.

  1. Steuerexperten kennen Tricks

Das Steuerrecht wird jedes Jahr angepasst. Eine Tatsache, die jedem Finanzexperten klar ist. Aus diesem Grund ist die Steuererklärung hier an der richtigen Adresse – zumal, um legale Steuerspielräume auszunutzen.

  1. Mehr Augen sehen mehr

Wenn Buchhaltungs- und Steuerexperten noch einen Blick auf die Zahlen werfen, wird der Kontrollaspekt besonders in den Vordergrund gehoben. Teure Fehler und Streit mit dem Finanzamt werden so vermieden.

Fazit: Auch Finanzberater brauchen Buchhaltungsexperten

Viele Menschen kümmern sich nicht mehr persönlich um die eigenen Finanzen, sondern lassen das Ganze von Finanzberatern und Vermittlern erledigen. Eigentlich – so die Annahme – müssten diese ihre Buchhaltung doch selbst erledigen? In der Praxis nutzen diese jedoch wieder Steuerberater und Buchhalter zusammenzuarbeiten. Das ist in gewissem Maße durchaus sinnvoll, jedoch sollte das Thema nie einfach blind delegiert werden. Eine gute Vorbereitung und Automatisierung ist bereits die halbe Miete.

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