Bestseller im Börsenwinter Härtetest für Mischfonds

Lebensretter-Brunnen von Niki de Saint-Phalle: Mischfonds sollen Börsenturbulenzen abfedern können | © Foto: Thomas Max Müller/pixelio.de

Lebensretter-Brunnen von Niki de Saint-Phalle: Mischfonds sollen Börsenturbulenzen abfedern können Foto: Foto: Thomas Max Müller/pixelio.de

Die Angst geht um: Immer mehr Menschen sorgen sich um ihr Einkommen und ihre Altersvorsorge. Selbst das arbeitgebernahe Roman-Herzog-Institut kommt in seiner Studie „Die gespaltene Mitte“ zu dem Schluss, dass diese Furcht längst im Zentrum der Gesellschaft angekommen ist. In Umfragen bemängeln bis zu vier von fünf Bürgern, dass es hierzulande nicht mehr gerecht zugeht. Trotz sozialer Marktwirtschaft werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer, so nehmen es viele Menschen wahr.

Harte Zahlen belegen das Missverhältnis. Einer Analyse des Versicherers Allianz zufolge gehört Deutschland zu den Ländern mit einer „stark verzerrten Vermögensverteilung“. Wenige große stehen vielen kleinen Vermögen gegenüber. Sparer mit Wertpapieranlagen seien im Vorteil, stellt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise fest. Aus dem Billionaires Report der UBS geht hervor, dass sich deutsche Milliardäre, die nicht zuletzt stark auf dem Aktienmarkt engagiert sind, eines Vermögensanstiegs von 22 Prozent erfreuten.

Dagegen bieten beliebte Spareinlagen nach wie vor höchstens Minizinsen. Als sicher geltende Staatsanleihen wie deutsche Bunds rangieren selbst mit zehnjähriger Laufzeit nur knapp über null. Optimistische Prognosen sagen bis Ende 2019 zwar einen Anstieg auf ein Prozent voraus, doch bei einer Inflationsrate von derzeit 2,3 Prozent können Anleger auch damit den Wert ihres Vermögens nicht einmal erhalten. Das Gesparte an der Börse zu investieren war 2018 ebenfalls nichts für schwache Nerven: Der deutsche Leitindex Dax liegt 15,9 Prozent unter seinem Vorjahreswert (Stand 14. Dezember 2018).

Für Fondsanleger scheint angesichts dieser Gemengelage die Sache klar zu sein: Sie lassen Renten- und Aktienfonds zunehmend links liegen und stürzen sich auf gemischte Fondsstrategien. Wie aus der jüngsten Statistik des deutschen Fondsverbands BVI hervorgeht, überholten diese Produkte in den Monaten Januar bis Oktober mit Zuflüssen in Höhe von 20,2 Milliarden Euro alle anderen Kategorien offener Publikumsfonds. Dagegen konnten Immobilienfonds lediglich 5,1 Milliarden Euro frisches Kapital verbuchen, Aktienfonds 2,6 Milliarden Euro. Aus Rentenfonds zogen Anleger sogar 4,2 Milliarden Euro ab.

Mischfonds setzen auf einen Mix unterschiedlicher Anlageklassen, zu dem wenigstens Aktien und Anleihen, aber auch Geldmarktinstrumente, Gold, Immobilien, Rohstoffe und Währungen gehören können. Die Fondsmanager nehmen für sich in Anspruch, das verwaltete Vermögen entsprechend dem Auf und Ab der Kapitalmärkte geschickt zu verteilen. Wie flexibel sie dies machen können, bestimmt die Anlagestrategie. Die Idee dahinter: Bei Rückschlägen gleichen sich die Wertentwicklungen gegenseitig aus und dämpfen so Abschwünge.

Für gewöhnlich bringen Multi-Asset-Strategien somit niedrigere Renditen als reine Aktienfonds, fallen dafür aber auch weniger riskant aus. Dass die gern als Rundum-sorglos-Investments beworbenen Fonds ihre Performance trotzdem nicht verstecken müssen, zeigt beispielsweise der 2011 aufgelegte DJE Zins & Dividende (ISIN: LU0553164731) von DJE Kapital. Der von Jan Ehrhardt gemanagte Fonds weist auf Sicht von fünf Jahren 36,1 Prozent Wertzuwachs auf. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 6,3 Prozent.

Der Sohn von Unternehmensgründer Jens Ehrhardt legt die 1,3 Milliarden Euro Fondsvermögen weltweit und unabhängig von Benchmark-Vorgaben an. Bei seinen Aktienanlagen bevorzugt Ehrhardt dividenden- und substanzstarke Titel, die aber aus Sicherheitsgründen nicht mehr als die Hälfte des Portfolios ausmachen dürfen. Die Aktien ausschüttungsfreudiger Unternehmen sollen für einen nachhaltigen Wertzuwachs mit geringen Schwankungen sorgen.