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Der Rückgang beim Ölpreise war die größte Bremse für die Performance des Fonds. Foto: Getty Images

Der Rückgang beim Ölpreise war die größte Bremse für die Performance des Fonds. Foto: Getty Images

Beteiligung an Energie- und Kasinounternehmen

Topfonds verliert 24 Prozent

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Der 4,3 Milliarden US-Dollar schwere Longleaf Partner’s Fund hatte die Aktienmärkte zwei Jahrzehnte lang schlagen können, indem er unterbewertete Aktien aufkaufte und dann auf einen Kursanstieg wartete. In diesem Jahr hat sich die Strategie allerdings nicht ausgezahlt.
Mit Stand Anfang Oktober liegt der Fonds rund 24 Prozent im Minus. Damit weist das Longleaf-Produkt unter allen breit aufgestellten US-Aktien-Investmentfonds mit einem Volumen von mindestens 1 Milliarden US-Dollar die schlechteste Entwicklung auf, wie Bloomberg-Daten zeigen.

Energie- und Kasinoaktien sorgen für Talfahrt

So genannte Substanzwert-Investoren haben angesichts der Unruhe an den Märkten dieses Jahr einige der höchsten Verluste verzeichnen müssen. Die von ihnen bevorzugten Aktien aus Bereichen wie etwa Industrie und Finanzen wurden stärker niedergeprügelt als Titel in den Sektoren Technologie und Gesundheit.

Der von Otis Mason Hawkins und George Staley Cates geführte Longleaf-Fonds ist vor allem wegen seiner Beteiligungen an Energie- und Kasino-Unternehmen ans Ende der Rangliste gerutscht. In seinem Portfolio befinden sich immerhin drei der fünf Aktien aus dem Standard & Poor’s 500 Index mit der schlechtesten Entwicklung im laufenden Jahr.

"Sie sind dafür bekannt, dass sie Aktien so lange halten, bis die Kurse sich wieder erholen", sagt Analyst Gregg Wolper vom Fondsbeobachter Morningstar Inc. aus Chicago. "Wenn die Aktien nicht wieder auf die Erfolgsspur kommen, kann es sehr schmerzhaft werden."

„Nicht plötzlich Dummheits-Pillen genommen“

Longleafs Verluste in diesem Jahr haben auch die langfristige Erfolgsbilanz in Mitleidenschaft gezogen. Mit Blick auf fünf Jahre liegt er hinter 97 Prozent vergleichbarer Fonds zurück. Zudem ist er weit von seinem Ziel entfernt, im Verlaufe der Zeit einen jährlichen Ertrag von zehn Prozent plus Inflation zu erzielen. Seit 2007 ist das Anlagevolumen des Fonds um mehr als 60 Prozent geschrumpft.

"Ich glaube nicht, dass sie plötzlich Dummheits-Pillen genommen haben", meint David Mendels, ein Berater beim Longleaf- Investor Creative Financial Concepts in New York. Der Geld-Manager nutze denselben Anlage-Prozess, der sich über die ganzen Jahre hinweg ausgezahlt habe. Er sehe daher Grund zur Annahme, dass er bald wieder Erfolg haben werde.

Hawkins und Cates kaufen die Aktien von Unternehmen, die mit einem Abschlag auf ihren zugrunde liegenden Wert gehandelt werden, stark wettbewerbsfähig sind und von talentierten Managern geführt werden. Der Fonds war 1987 von Southeastern Asset Management gegründet worden. Hawkins, 67, leitet den Fonds seit Anfang. Cates kam 1994 als Co-Manager an Bord.

Rückgang beim Ölpreise größte Bremse

In den ersten 20 Jahren hatte Longleaf pro Jahr einen Ertrag von 14 Prozent erzielt, reinvestierte Dividenden berücksichtigt. Zum Vergleich: Der S&P-500 brachte es im selben Zeitraum nur auf ein Plus von 11 Prozent. Als die Technologie-Blase zwischen 2000 und 2002 platzte, erreichte der Fonds einen Ertrag von 22 Prozent - während der Gesamtmarkt um 38 Prozent einbrach. Im Jahr 2006 wurden Hawkins und Cates von Morningstar zu den Managern des Jahres bei US-Aktien ernannt.

Als größte Bremse in diesem Jahr hatten sich Energie-Aktien erwiesen. Der Fonds besitzt Titel von Consol Energy Inc., Chesapeake Energy Corp. und Murphy Oil Corp., die zwischen Januar und Ende vergangener Woche um 71 Prozent, 60 Prozent beziehungsweise 49 Prozent abgerutscht waren. Grund hierfür ist der Rückgang beim Ölpreis. Dieser hat sich von über 100 Dollar je Barrel im vergangenen Jahr auf zuletzt gerade einmal etwa 45 Dollar pro Barrel verbilligt.

Nicht viel besser sieht es im Bereich Glücksspiel aus. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres hatte der Fonds Anteile an Wynn Resorts Ltd. gekauft - basierend auf der Annahme, dass die Schwäche des Kasino-Marktes in Macao einen günstigen Zeitpunkt zum Einstieg biete. Doch die Glücksspiel- Einnahmen sind sogar noch weiter gesunken, und die Aktie von Wynn kommt im bisherigen Jahresverlauf auf ein Minus von 57 Prozent.

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