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Peter Tamms

Peter Tamms

Beteiligungsmarkt: „Genussrechte werden zunehmen“

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DAS INVESTMENT.com: Sie erheben laufend die Platzierungsdaten. Wie viele Emissionshäuser sind nach der Branchen-Neuregulierung am 22. Juli noch aktiv? Peter Tamms: Nach unserer Datenbank haben rund 240 Emissionshäuser insgesamt rund 280 Fonds im Vertrieb. Es sind allerdings viele Emissionshäuser dabei sich neu aufzustellen, die im Moment keinen Fonds im Vertrieb haben. Somit ist diese Zahl sehr schwer genau zu schätzen. Wir sind da aber immer am Ball und bringen eine Platzierungs-Studie auf den Markt, die wöchentlich aktualisiert wird und bei Bedarf bei uns angefordert werden kann. DAS INVESTMENT.com: Wann rechnen Sie mit Fonds neuer Bauart, also auf der neuen gesetzlichen Grundlage?
Tamms: Es gibt schon viele AIFM-konforme Fonds, deren Platzierung über den 22. Juli hinaus verlängert wurde. Weiterhin kommen jede Woche neue Produkte auf den Markt, allerdings sind es weniger als in den vergangenen Jahren. Zum Vergleich: 2007 gingen 491 neue Fonds in den Vertrieb, 2011 nur noch 237, 2012 waren es 200 Fonds, und 2013 sind es bisher 83. DAS INVESTMENT.com: Welche Asset-Sparten sind gegenwärtig stark, welche weniger stark vertreten? Tamms: Wir sehen hier Immobilienfonds ganz vorne - gefolgt von Leasingfonds und Energiefonds. Schiffe sind, bis auf Kreuzfahrtschiffe, nicht mehr platzierbar. DAS INVESTMENT.com: Sie haben angemerkt, dass die im Markt verwendeten Platzierungszahlen nur einen Teil des tatsächlich eingeworbenen Volumens widerspiegeln. So geben Sie für 2012 ein Gesamtvolumen von 3,6 Milliarden Euro platziertes Eigenkapital bei Privatanlegern an, während an anderer Stelle 3,1 Milliarden oder 3,8 Milliarden ausgewiesen werden. Woran liegt das? Tamms: Die Ansätze sind alle verschieden und deshalb nicht vergleichbar. Einige Erhebungen zählen Private Placements mit, obwohl es zum Großteil keine erschöpfenden Zahlen seitens der Emissionshäuser gibt. Andere wiederum zählen das Volumen "anplatzierter“ Fonds mit, wobei ebenfalls hier nicht annähernd alle am Markt in Platzierung befindlichen Fonds berücksichtigt werden. Wir zählen dagegen nur das Volumen eines platzierten Fonds, egal wann dieser aufgelegt wurde. Private Placements lassen wir außen vor, dafür haben wir Genussrechte dabei. DAS INVESTMENT.com: Sind Genussrechte denn marktrelevant?

Tamms: Sie machen seit Jahren immerhin in etwa 6 Prozent des Gesamtvolumens am Markt aus. Und da Genussrechte nicht von der AIFM-Gesetzgebung betroffen sind, glaube ich, dass sich ihr Marktanteil spürbar erhöhen wird. In den letzten Jahren wurden ziemlich konstant gut 20 Genussrechte aufgelegt, allerdings mit extrem unterschiederlichen Volumina. DAS INVESTMENT.com: Ist das eine gute Entwicklung? Bei einer Unternehmenspleite müssen sich Genussrechte- Anleger ganz hinten anstellen. Tamms: Ja, Genussrechte sind eben nicht reguliert. Jeder, der einen oder mehrere Vertriebskanäle für sich öffnet, kann ein wie auch immer geartetes Genussrecht platzieren. Klar ist das Risiko hier schwer einzuschätzen, da Genussrechte nicht mit einem KG-Fonds vergleichbar sind. Und dem Risiko steht leider oft nur eine geringe Rendite gegenüber. Zudem gibt es für Genussrechte leider keinen Soll-Ist-Vergleich, der für die meisten KG-Fonds innerhalb der Leistungsbilanzen abgebildet wird. DAS INVESTMENT.com: Über welche Kanäle werden Genussrechte vertrieben? Tamms: Über alle Kanäle, wie Makler, Finanzvertriebe, Banken, aber auch über Direktwerbung. DAS INVESTMENT.com: Im Markt ist dann und wann zu hören, dass auch Procompare sich aufgrund des geschrumpften Beteiligungsmarkts in einer gewissen Schieflage befinden soll. Was ist da dran? Tamms: Von einer Schieflage kann keine Rede sein, da ProCompare weder eine Fremdfinanzierung noch irgendwelche Außenstände hat. Es ist vielmehr eine schwierige Zeit, in der viele Kunden den Markt verlassen haben. Viele Einzelmakler haben den Paragraf-34f-Schein aus Kosten- und Zeitgründen nicht gemacht, diese sind damit auch für die neuen Fonds vom Vertrieb ausgeschlossen und kommen somit als Kunden für Procompare nicht mehr in Frage. Einige Emissionshäuser sind in die Insolvenz gegangen, diese fallen somit als Kunden auch weg. Wir konzentrieren uns deshalb auf unsere Hauptgeschäftsfelder und sind nicht mehr auf Nebenkriegsschauplätzen zu finden.

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