Labormitarbeiter: Laut aktuellem Tarifvertrag können Arbeitnehmer der Chemie- und Pharmabranche die „bundesweit erste arbeitgeberfinanzierte Pflegezusatzversicherung“ abschließen. Diese Policen können sie privat aufstocken und auch nahe Angehörige wie Ehepartner, Kinder oder Eltern mitabsichern. | © Chokniti Khongchum

Betriebliche Krankenversicherung

Chemiebranche mit Pionierprodukt für private Pflege-Policen

Eine „Deutschlandpremiere bei der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) und dem Thema Pflege“, verkünden jetzt die drei Beteiligten eines Konsortiums, das eine neue Pflegezusatzversicherung bereitstellt: Die Police „Careflex Chemie“ ist nach Angaben der Unternehmen bundesweit erstmalig „eine branchenweite, arbeitgeberfinanzierte tarifliche Pflegevorsorge“.

Sie ist ab Juli 2021 Teil des Tarifvertrags, den die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC jetzt haben vereinbart. Dieser gilt für die 435.000 Tarifbeschäftigten der Chemieindustrie, die in Deutschland insgesamt rund 580.000 Mitarbeiter hat. Doch auch außertariflich Beschäftigte der Branche können Careflex Chemie erhalten, wenn ihr Arbeitgeber dies vereinbart.

Gruppenvertrag ohne Gesundheitsprüfung

Die private Pflege-Police soll die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ergänzen und bestehende Finanzierungslücken verkleinern. Bei der Branchenlösung gibt es keine individuellen Gesundheitsprüfungen der Versicherten. Vorbild hierfür ist ein Pilotmodell, das die IG BCE bereits im Januar dieses Jahres mit dem Düsseldorfer Dax-Unternehmen Henkel vereinbart hatte.

Versicherer und Produktgeber ist bei diesen Verträgen jeweils die Deutsche Familienversicherung (DFV). Das nach eigenen Angaben „volldigitalisierte Insurtech-Unternehmen“ aus Frankfurt ist auch bei dem branchenweiten Produkt der chemischen Industrie dabei. Es ist mit einem Anteil von 35 Prozent an dem Konsortium aus drei Versicherungsgesellschaften beteiligt.

Ebenfalls verantwortlich für das Produkt sowie die Bestandsführung ist die R+V Krankenversicherung, die mit 45 Prozent den höchsten Anteil hält und als geschäftsführender Konsortialführer fungiert. Der genossenschaftliche Versicherer ist bereits Partner des Chemieversorgungswerks. Die restlichen 20 Prozent hält die Barmenia Krankenversicherung als dritter Beteiligter des Konsortiums.

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