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Instrument für mehr Mitarbeiterzufriedenheit Betriebliche Krankenversicherung schöpft Potenzial bei weitem nicht aus

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Betriebliche Gesundheitsleistungen stehen grundsätzlich hoch im Kurs. Doch nach Auffassung der Arbeitnehmer werden nur in einer Minderheit der Unternehmen überhaupt welche angeboten.. | Foto: Pexels

Seit Jahren stellt die Versicherungswirtschaft die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ins Schaufenster. Die Produktart gilt als wachstums- und renditeträchtig, wird deshalb gerne beworben und stark geredet.  Dahinter verbergen sich vom Arbeitgeber finanzierte Gesundheitsleistungen, zum Beispiel Krankentagegeld, Zahnersatz, Sehhilfen oder Vorsorgeuntersuchungen. Aktuelles Beispiel dieses Phänomens ist eine Studie zur bKV des Marktforschungsunternehmen Yougov auf Basis von Online-Interviews mit rund 500 betrieblichen Entscheidern und 1.000 Arbeitnehmern. Auftraggeber ist die Arag Krankenversicherung

Gesundheit-Benefits nur von mittelgroßer Bedeutung für Arbeitnehmer

Während die Arag ein sehr positives Bild über Bedeutung und Potenzial von Gesundheitsleistungen über eine arbeitgeberfinanzierte bKV zeichnet, zeigt der Blick auf die genauen Studienergebnisse ein eher differenziertes Bild. So sind den befragten Arbeitnehmern Benefits in den Bereichen finanzielle Anreize (69 Prozent), flexibles Arbeiten (67 Prozent) und betriebliche Altersvorsorge (67 Prozent) in ihrem eigenen Unternehmen am wichtigsten.

Benefits im Bereich Gesundheit (Fitnessangebote, Präventionskurs, gesundes Essen im Büro etc.) liegen dagegen in ihrer Bedeutung eher im Mittelfeld. Hier sagen 51 Prozent, dass diese Zusatzleistungen für sie sehr wichtig sind oder zum Standard gehören. Dahinter rangieren nur Benefits in Sachen Telekommunikation und Mobilität.

Wie wichtig sind Ihnen grundsätzlich Zusatzleistungen (Benefits) Ihres Arbeitgebers in den folgenden Bereichen?, Quelle: ARAG

Grundsätzlich hat das Thema Gesundheitsvorsorge aber einen großen Stellenwert. Für 55 Prozent der befragten Arbeitnehmer ist sehr oder extrem wichtig, dass ihr Arbeitgeber etwas für die Gesundheit der Mitarbeiter tut. Weitere 26 Prozent sagen, dass es ihnen ziemlich wichtig sei. Für nur 3 Prozent ist es überhaupt nicht wichtig.

Nur 6 Prozent der Betriebe bieten angeblich eine bKV an

Gefragt nach den tatsächlich angebotenen Benefits, sieht es aber eher mau aus. Gesundheitsbezogene Leistungen werden nach Angaben der Arbeitnehmer eher selten angeboten, am ehesten noch Kurse zur Gesundheitsvorsorge (15 Prozent) oder Fitnessstudio-Zuschüsse (13 Prozent). Die bKV wiederum bildet hier unter allen möglichen Benefits aktuell insgesamt das Schlusslicht mit 6 Prozent. Innerhalb dieser kleinen Teilgruppe nutzen wiederum weniger als die Hälfte auch das bKV-Angebot. Deutlich an der Spitze stehen Firmen-Events mit 44 Prozent, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten (36 Prozent) und betrieblicher Altersvorsorge (35 Prozent).

Welche der folgenden konkreten Zusatzleistungen (Benefits) bietet Ihr Arbeitgeber? (Mehrfachantwort), Quelle. ARAG

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bKV-Verbreitung laut Arbeitgebern deutlich größer

Auffällig sind bei der Arbeitnehmerbefragung die geringen Prozentwerte über alle Benefits hinweg. So ergibt sich ein deutliches Missverhältnis bei der gleichen Fragestellung zu den Arbeitgebern. Denn immerhin 18 Prozent der befragten Unternehmensentscheider sagen, dass sie ihrer Belegschaft eine arbeitgeberfinanzierte bKV anbieten. Auch schreiben sich die Arbeitgeber generell zu, mehr Benefits anzubieten, als es von Arbeitnehmern wahrgenommen wird.

An der Spitze der Angebote auf Entscheider-Seite stehen Firmen-Events, hier mit 50 Prozent, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten (46 Prozent) und betrieblicher Altersvorsorge (44 Prozent). Dazu muss gesagt werden, dass es sich um zwei unterschiedliche Stichproben handelt, also nicht die Mitarbeiter und Entscheider des gleichen Unternehmens befragt wurden.

Auf Nachfrage von DAS INVESTMENT, wie es zu den deutlichen Unterschieden kommt, sagt eine Arag-Sprecherin: „Eine abschließende Erklärung zur Diskrepanz zwischen den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberwerten können wir im Rahmen dieser Erhebung nicht geben. Das wäre eine Fragestellung für eine weitere Studie.“

13 Prozent der Unternehmen planen konkret die Einführung

Dort, wo es keine bKV gibt, sind die Unternehmen eher zurückhaltend. Jeweils 25 Prozent der Arbeitgeber dieser Gruppe sagen: „Wir haben davon gehört, uns aber noch nicht damit beschäftigt“ und
„Wir denken darüber nach, sind aber noch zu keinem Entschluss gekommen“. Immerhin 12 Prozent haben noch gar nichts von dem Instrument gehört. Wiederum 13 Prozent planen deren Einführung, wobei der Stand unterschiedlich ist. 58 Prozent dieser Teilgruppe wollen die Einführung bis Ende 2024 abschließen.

Für die bKV spricht, dass die Betriebe, die sich für diesen Schritt entschieden haben, damit mehrheitlich zufrieden sind: Für 88 Prozent dieser Entscheider zahlt sich die Einführung der bKV aus, zumindest sagen sie, dass sich der Aufwand sehr oder eher gelohnt hat. Zudem denken 70 Prozent von ihnen bereits über eine Erweiterung des Angebots nach, so die Studie.

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