Zwei Molotow-Cocktails flogen in das Haus des  Beraters. Quelle: Fotolia

Zwei Molotow-Cocktails flogen in das Haus des Beraters. Quelle: Fotolia

Betrogene Kundin setzt Haus ihres Anlageberaters in Flammen

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Wie die „Mainpost“ meldet, hatte eine Frau aus dem Allgäu 47.600 kreditfinanzierte Euro in Blockheizkraftwerke der Nürnberger Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien (GFE) investiert. Ihr Anlageberater hatte 2,5 Prozent Rendite im Monat versprochen, doch es floss kein Geld. Stattdessen meldete die GFE Insolvenz an.

Finanzierungsberater hatten Anlegergelder zum Bau von Blockheizkraftwerken (BHKW) eingeworben, die offenbar nur auf dem Papier existierten. Durch den Kauf und die Rückvermietung der Kraftwerke an die Firma sowie die Einspeisung ins Stromnetz sollte sich der Einsatz für Investoren in 20 Jahren angeblich versechsfachen, erzählten Verkäufer der „Mainpost“.

Die Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile gegen 47 Verdächtige, neun davon sitzen in Untersuchungshaft. Der Schaden wird auf 62 Millionen Euro geschätzt. Mehr als 1.200 Kunden sind betroffen.

Besonders rabiat reagierte darauf eine Anlegerin aus Sonthofen/Bayern. In die Schuldenfalle getrieben, verlor sie die Nerven und warf zwei Molotow-Cocktails in das Haus ihres Beraters. Nach Angaben der „Mainpost“ konnten der Vermittler, seine Frau und der 12-jährige Sohn dem Feuer entkommen. Das Haus brannte nieder und musste abgerissen werden.

Die geprellte Anlegerin wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt und muss für den beim Brand entstandenen Sachschaden von rund 600.000 Euro aufkommen.

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