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Mirko Kohlbrecher, Prokurist bei Spiekermann in Osnabrück

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Bewertungsfrage

Wo gibt es heute noch Value?

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Nach dem breiten Anstieg der Aktienkurse in den Industrienationen dürfte die Bewertungsfrage wieder erheblich an Wichtigkeit gewinnen. In einigen Kursen hat sich eine hohe Erwartungsprämie ausgebildet.

Dies wird unter anderem im Shiller P/E sichtbar, einem Bewertungsmaßstab, den der US-amerikanische Ökonom Robert Shiller etabliert hat. Dabei wird der aktuelle Kurs mit den durchschnittlichen, inflationsbereinigten Gewinnen der letzten zehn Jahre ins Verhältnis gesetzt.

Während der amerikanische S&P 500 mit einem Shiller P/E von über 25 deutlich überbewertet ist, notiert der europäische Aktienmarkt mit moderaten 16 auf dem langjährigen Mittel. Insgesamt lässt sich sagen, dass es heute nicht unerhebliche Bewertungsunterschiede unter den einzelnen Aktienmärkten gibt.

Auf der Suche nach unterbewerteten Unternehmenskursen

Doch wo gibt es nun konkret Value? Wo gibt es Unternehmen, deren Kurs unter ihrem Wert liegt? Optimal ist natürlich eine hohe Investmentqualität in Verbindung mit einem niedrigen Preis.

Bei den Aktien mit hoher Investmentqualität war die Nachfrage allerdings in den letzten Jahren besonders hoch. Deshalb sind diese Aktien oft schon fair bewertet. Ein Verkauf sollte diese Tatsache allerdings nicht automatisch nach sich ziehen, da diese Aktien aufgrund des robusten Geschäftsmodells die Depotbasis darstellen.

Wenn das Fundament also steht, kann man sich auf die Suche nach eher ungeliebten Aktien, die eine Unterbewertung aufweisen, machen. Dabei wird man derzeit zum Beispiel bei Rohstoffaktien oder auch bei Aktien in ausgesuchten Emerging Markets fündig.

Rohstoffaktien

Rohstoffaktien haben allgemein aufgrund globaler deflationärer Tendenzen gelitten. Dieses hat allerdings die Kurse auf Kursniveaus gedrückt, die bereits einen massiven Deflationsdruck einpreisen. Agraraktien beispielsweise haben deutlich an Wert verloren, überwiegend wurde der Verkauf empfohlen, oft auch nachdem die Kurse bereits gefallen waren.

Doch wenn man sachlich an dieses Segment herangeht, kommt man zu guten Argumenten, warum man Agraraktien langfristig beimischen sollte. Die wachsende Weltbevölkerung führt zu steigendem Nahrungsmittelbedarf. Die Ackerflächen pro Kopf werden knapper. Damit wächst perspektivisch der Bedarf an Düngemitteln.

Der Auslöser der Kali-Krise und weltweit führende Kali-Produzent Uralkali kann mittel- bis langfristig kein Interesse an niedrigen Kali-Preisen haben. Damit schneiden sich die Russen vor allem ins eigene Fleisch.

Wettbewerber Potash wählte in den 80er Jahren auch mal eine aggressive Mengenstrategie, machte aber schnell wieder einen Rückzieher, weil man selbst in Schwierigkeiten geriet.

Emerging Markets mit interessantem Chance-Risiko-Profil

Und auch ausgewählte Emerging Markets bieten langfristig jetzt wieder ein interessantes Chance-Risiko-Profil. Noch vor einigen Jahren waren die Emerging Markets eines der „heißesten“ Anlagethemen. Medial wurde das Ganze dann begleitet unter der einfachen Formel „Da investieren, wo das Wachstum der Zukunft ist“.

Doch das Wachstum einer Volkswirtschaft hat relativ wenig mit der Rendite des Aktienmarktes zu tun, weil die Erwartungen sich meistens schon früher bilden. Wenn also in einem bestimmten Markt ein hohes Wachstum erwartet wird, dann steigen die Aktienkurse schnell und die Aktieninvestoren, die später kommen, haben oftmals das Nachsehen.

In den letzten Jahren haben die Emerging Markets daher durch Kapitalabflüsse gelitten. Aber viele Unternehmen haben sich besser geschlagen, als die sehr negative Kursentwicklung in den letzten Monaten vermuten lässt.

In vielen aktuellen Kursen ist seitens der Anleger quasi keine Erwartungsprämie mehr vorhanden. Für risikofähige Investoren, die langfristig denken können, bieten sich die Emerging Markets somit als Beimischung an.

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