Wer heute in Deutschland ein Fahrrad kauft, geht meist noch zum Händler vor Ort. Bike 24 aus Dresden will eine innovative Alternative zum stationären Fahrradhandel etablieren. 

Andrés Martin-Birner, Falk Herrmann und Lars Witt vermissten als Rennrad-Enthusiasten eine vielfältige Ausstattung im klassischen Fahrradhandel. Sie gründeten Bike 24 im Jahr 2002. Ein Webshop – ein innovatives Produkt. Als Firmensitz diente ein 15 Quadratmeter großes Apartment in Dresden.

Zubehör wie Satteltaschen, GPS-Geräte oder Trikots macht bis heute 80 Prozent des Umsatzes aus, Fahrräder nur 20 Prozent. Bislang werden laut Finanzvorstand Sylvio Eichhorst in Deutschland rund 20 Prozent aller Fahrräder online verkauft. 

Eichhorst betont den Vorteil gegenüber dem stationären Handel: „Wir können bei uns aus rund 60 verschiedene Marken wählen. Das hat man bei einem stationären Handel nicht.“ Von Amazon grenzt sich Bike 24 als Spezialist ab: Ein eigener Kundenservice berät zu technischen Fragen, die Plattform ist auf Fahrradbedürfnisse zugeschnitten. 

Seit etwa 2017 baut Bike 24 das Radgeschäft gezielt aus. Um die Hürde vor dem Online-Kauf eines kompletten Fahrrads zu senken, kooperiert Bike 24 seit Juni dieses Jahres mit der Berliner Werkstattkette Spoks sowie mit Lucky Bike. Kunden können ihr online bestelltes Rad in Bielefeld, Dortmund, München und Berlin fertig montiert abholen und erhalten direkten Zugang zu einem Werkstattservice.

Rückenwind erhält das Unternehmen vom Rennrad-Trend, der laut Eichhorst auch daher rührt, dass stationäre Händler ihren Fokus stärker auf E-Bikes und Leasing-Modelle legen. Daneben sieht er bei Gravel-Bikes einen weiteren wachsenden Trend – nach Mountainbikes vor einigen Jahren.

Resilientes Management

Andrés Martin-Birner hat den digitalen Fahrradladen mit auf die Welt gebracht und war seitdem ein verantwortungsvoller Vater, wenn man so will. Seit 2002 steht er als CEO und Vorstandsvorsitzender an der Spitze. Lieferengpässe und erhöhte Transportkosten hielt er aus, 2020 ausgelöst durch die Coronapandemie, 2022 entstanden durch den Ukrainekrieg und seit Frühjahr 2026 durch die geschlossene Straße von Hormus.