Bilanzabbau und Zinserhöhung So kommentieren Asset Manager die neue US-Geldpolitik

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Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa Goldhandel © Degussa Goldhandel

„Den Finanzmärkten steht ein Liquiditätsentzug ins Haus: Die US-Dollar-Geldmenge (die Zentralbankgeldmenge als auch die Geschäftsbankengeldmenge) wird geschrumpft. Das ist natürlich ein heikles Unterfangen.

Eine Geldverknappung wird die Zinsen in die Höhe treiben. Das wird die US-Konjunktur abbremsen und die Preise auf den Finanz- und immobilienmärkten belasten.

Zudem wachsen die Risiken: Steigende US-Zinsen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu neuerlichen Erschütterungen im Wirtschafts- und Finanzsystem kommt – nicht nur in den USA, sondern weltweit.

Die Folgen des geplanten US-Dollar-Liquiditätsentzugs lassen sich zwar an dieser Stelle nicht verlässlich abschätzen. Es spricht allerdings einiges dafür, dass die Fed-Politik den Außenwert des US-Dollar stützen, und dass sie gleichzeitig auch die Nachfrage nach Gold beleben wird.“

Janet Yellen: Die von ihr geführte Federal Reserve dreht ihre expansive Geldpolitik der vergangenen Jahre schrittweise zurück. Foto: Getty Images

Auf seiner Sitzung am Mittwoch hat der Offenmarktausschuss der US-amerikanischen Zentralbank Fed den Leitzins wie erwartet unverändert gelassen: Die Federal Funds Rate bleibt in einer Bandbreite von 1,0 bis 1,25 Prozent.

Die Zins-Einschätzungen der Ausschussmitglieder lassen erwarten, dass die Fed ihren Leitzins im Dezember um 0,25 Prozent anheben wird. Zudem hat die US-Notenbank angekündigt, sie werde die Wertpapierbestände ab dem kommenden Monat abbauen.

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