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SEC-Antrag Blackrocks Bitcoin-Plan: Ein ETF, der den Kryptomarkt verändern könnte

Blacksrocks Pläne, einen Bitcoin-Spot-ETF aufzulegen, treiben den Bitcoin-Preis an
Blacksrocks Pläne, einen Bitcoin-Spot-ETF aufzulegen, treiben den Bitcoin-Preis an | Foto: IMAGO / NurPhoto

Nach einem schwierigen Jahr mit fallenden Preisen, Pleiten von Krypto-Anbietern und Klagen sorgte die Nachricht über den Antrag von Blackrock, einen Spot-Bitcoin-ETF aufzulegen, für eine Wende am Krypto-Markt: Der Bitcoin erreichte mit Kursen oberhalb von 30.000 US-Dollar ein Jahreshoch.

Angetrieben wurde der Bitcoin-Kurs vor allem durch institutionelle Investoren. So verzeichneten Anlageprodukte mit digitalen Vermögenswerten in der vergangenen Woche mit 199 Millionen US-Dollar die größten wöchentlichen Zuflüsse seit Juli 2022. Zuvor gab es neun Wochen in Folge Abflüsse, berichtet „CoinShares“. Das Unternehmen sieht einen direkten Zusammenhang zu den geplanten Bitcoin-Fonds: „Wir glauben, dass diese erneute positive Stimmung auf die jüngsten Ankündigungen hochkarätiger ETP-Emittenten zurückzuführen ist, die Anträge für physisch unterlegte ETFs gestellt haben“, erklärte „CoinShares“ in seinem Bericht.

Bemerkenswert: Knapp 187 Millionen US-Dollar - umgerechnet 94 Prozent der gesamten Zuflüsse - flossen in Bitcoin. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung weltweit, verzeichnete dagegen nur 7,8 Millionen US-Dollar. Bei anderen Coins wie XRP und Solana bewegten sich die Summen im sechsstelligen Bereich. Von einem allgemeinen Krypto-Boom kann man daher nicht sprechen, derzeit konzentriert sich das Interesse nahezu nur auf den Bitcoin, der nach wie vor als Leitwährung des Krypto-Segments gilt.

 

Bitcoin-ETF: Sorge um Marktmanipulationen

Doch dieser Erfolg kommt nicht ohne Risiken. Trotz Unterstützung vom Markt sieht sich Blackrock einer Herausforderung gegenüber. Die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) hat bisher noch nie einen Spot-Bitcoin-ETF zugelassen und in der Vergangenheit bereits mindestens 30 solcher Anträge abgelehnt. Einer der Gründe dafür war bislang unter anderem die Sorge um Marktmanipulationen.

Eine Genehmigung könnte dafür sorgen, dass traditionelle Finanzunternehmen die Kontrolle über Millionen Token erhalten, wodurch sie erheblichen Einfluss auf die Kryptobranche hätten. Einige Experten warnen bereits, dass selbst die Einbeziehung von nur einem Bruchteil aller Bitcoin in Finanzprodukte das Gesamtnetzwerk schädigen könnte. Eine weitere Sorge ist, dass große Player wie Blackrock ihren Einfluss nutzen könnten, um Änderungen an der zugrunde liegenden Blockchain zu forcieren.

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Eine nicht unberechtigte Sorge: Laut seinem ETF-Prospekt behält sich Blackrock das Recht vor, zu entscheiden, welche Kryptowährungen im Falle eines neuen Forks - ein Ereignis, bei dem die Blockchain in zwei separate Pfade aufgeteilt wird - das "echte Bitcoin" ist. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass ein Unternehmen sämtliche Anteile des anderen Coins verkaufen und den Preis damit abstürzen lassen könnte. Allerdings könnte ein solches Vorgehen auch rechtliche und finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen.

 

Niemand will die Party verpassen

Trotz aller Risiken werten die meisten Experten den Einstieg traditioneller Finanzfirmen in den Kryptomarkt als positives Signal für Bitcoin und Co. Denn dass es dadurch zu großen Zuflüssen kommen kann, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Als Proshares, ein Anbieter von ETFs, im Oktober 2021 den ersten Bitcoin-Futures-ETF in den Vereinigten Staaten auflegte, knackte das Unternehmen direkt einen Rekord. Mit Zuflüssen in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar in nur zwei Tagen war es der schnellste ETF, der die Milliarden-Marke an verwaltetem Vermögen überschritt. Der nachfolgende Krypto-Crash kostete Investoren jedoch mehr als eine Milliarde.

Der ProShares Bitcoin Strategy ETF (wird an NYSE unter BITO geführt) erlaubt es dem Anbieter, in Terminkontrakte zu investieren. Blackrock plant jedoch mit seinem Spot ETF, den aktuellen Bitcoin-Preis in Echtzeit an der Wall Street handelbar zu machen. Und offenbar könnten, sofern die SEC grünes Licht gibt, weitere Anbieter folgen: Nach dem Antrag des weltgrößten Vermögensverwalters haben auch Invesco, Fidelity und Wisdomtree entsprechende Anträge eingereicht.

Und auch Krypto-Fan Cathie Wood steht in der Warteschlange der SEC für einen Bitcoin-Spot-ETF. Einem Bericht zufolge hat Ark gemeinsam mit dem europäischen Vermögensverwalter 21Shares bereits im April einen Antrag bei der SEC gestellt.

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