Symbolische Bitcoin-Münzen Foto: IMAGO / Eibner

Ökonom Peter Bofinger warnt

Bitcoin ist einfach austauschbar

Die Kryptowährung Bitcoin hat kein Merkmal an sich, das sie von anderen Coins abheben würde. Ohne Alleinstellungsmerkmal ist sie jedoch austauschbar – sie könnte schnell von einer anderen digitalen Währung ersetzt werden. Diese Warnung kommt von Peter Bofinger, der sie in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt erläutert. Der Ökonom gehörte bis Anfang 2019 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“) an, dem die Bundesregierung in Wirtschaftsfragen besonders aufmerksam zuhört.

Peter Bofinger, Foto: IMAGO/IPON

Wer in Bitcoin investiert, meint Bofinger, sollte eine Vorstellung davon haben, wie andere Investoren über die Währung denken. Wenn jeder allerdings nur auf den anderen schaue, könnten sich leicht Kursblasen  bilden.

Bofinger vergleicht Bitcoin, von dem nicht mehr als maximal 21 Millionen Einheiten geschöpft werden können, mit einem Würfelspiel. Beim Bitcoinschürfen – Mining genannt – sei es anfangs recht einfach und werde zunehmend schwierig, erfolgreich neue Einheiten („Coins“) zu schöpfen. Wenn es den Initiatoren gelänge, diese auch in reales Geld umzutauschen, sei eine wichtige Hürde überwunden. Allerdings hätten Bitcoin-Inhaber zu keiner Zeit und bei niemandem auch einen Anspruch auf Umwandlung ihrer Coins.

Die Konkurrenz für Bitcoin ist groß, erinnert Bofinger. Es gebe noch rund 8.000 weitere Kryptowährungen. Eine Währung, die etwa eine bessere Technologie vorweise, könne Bitcoin daher problemlos verdrängen. Hier sieht Bofinger auch den Unterschied zum Edelmetall Gold, einem Anlagegegenstand, mit dem Bitcoin häufig verglichen wird. Gold habe zumindest seine feste Position unter den chemischen Elementen. Dagegen laufe Bitcoin Gefahr, irgendwann einmal ganz simpel von einer anderen Kryptowährung ersetzt zu werden.

Bitcoin legte im vergangenen Jahr, vor allem im letzten Jahresquartal, eine beachtliche Kursrally hin. Diese zog wiederum viele Neuanleger an. Zunehmend betrachten aber auch Marktakteure wie traditionelle Banken, institutionelle Anleger oder Staaten Kryprowährungen als grundlegende Neuerung im internationalen Währungsgefüge – und Bitcoin als interessanten Anlagegegenstand.

Anmerkung: In einer früheren Version schrieben wir, dass nur 21.000 Einheiten des Bitcoin geschürft werden können. Ein bedauerlicher Fehler, den wir korrigiert haben.

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