Die Geschichte der Bitcoin-ETFs in den Vereinigten Staaten ist durch eine Reihe von regulatorischen Herausforderungen gekennzeichnet.

Ein Schlüsselmoment fand im Jahr 2013 statt, als die Winklevoss-Zwillinge den Winklevoss-Bitcoin-Trust anmeldeten – ein bahnbrechender Schritt, da Bitcoin zu einem Kurs von gerade mal rund 90 US-Dollar gehandelt wurde.

Die SEC lehnte den Vorschlag zweimal mit der Begründung ab, dass der aufstrebende Kryptowährungsmarkt riskant sei. Damit wurde ein Präzedenzfall geschaffen, denn die SEC lehnte weiterhin verschiedene Formen von Bitcoin-ETFs ab, darunter Spot-, Futures-basierte, Long-only-, gehebelte und inverse Fonds, weil sie Bedenken wegen eines unzureichenden Anlegerschutzes hatte.

9 weitere Bitcoin-ETF-Vorschläge wurden im August 2018 abgelehnt

Während der Amtszeit von Jay Clayton als SEC-Vorsitzender von 2017 bis 2020 war eine deutliche Phase der Skepsis zu verzeichnen, die durch die Ablehnung von neun Bitcoin-ETF-Vorschlägen an einem einzigen Tag im August 2018 ihren Höhepunkt fand.

Clayton betonte, dass strenge Regeln und der Überwachung notwendig seien, um Manipulationen im Handel mit digitalen Währungen zu verhindern. Probleme mit der Verwahrung und der noch junge Zustand der Bitcoin-Futures-Märkte waren ebenfalls ein wichtiges Anliegen.

 

Im Gegensatz dazu brachte die Amtszeit von Gary Gensler, dem Nachfolger von Clayton, neuen Optimismus für Bitcoin-ETFs. Genslers Offenheit, Bitcoin-ETFs in Betracht zu ziehen, insbesondere solche, die auf CME-gehandelten Bitcoin-Futures basieren, führte zu einer Flut von Anmeldungen im Jahr 2021. Diese Entwicklung wurde durch die Zulassung von US-Bitcoin-Fonds im Sommer unterstützt, die in Bitcoin-Futures investierten, was darauf hindeutete, dass Futures-basierte ETFs wahrscheinlich die ersten sein werden.

Die Möglichkeit von Tracking-Error bei Futures-basierten ETFs, die von einem Futures-Kontrakt zum anderen wechseln müssen, gab Anlass zu Bedenken und führte zu Forderungen nach der Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs, die Bitcoin direkt besitzen.

Blackrocks Einreichung am 15. Juni 2023 wurde als Wendepunkt in der Geschichte sowohl der Bitcoin-Spot-ETFs als auch von Bitcoin selbst angesehen. Es löste auch eine weitere Flut von Anträgen durch eines der größten Finanzinstitute der Welt aus, die ebenfalls in diesem Bereich konkurrieren würden. Es schien, als würde Bitcoin endlich ein Mainstream-Asset werden.

Häufige Beratungen um Bitcoin-Spot-ETF deuteten auf Zulassung hin

Die jüngsten Beratungen der SEC über die bevorzugte Struktur deuteten bereits auf eine bevorstehende Genehmigung hin, da die Gespräche zwischen der SEC und den antragstellenden Finanzinstituten in den vergangenen Wochen einen fieberhahen Verlauf nahmen. So waren häufige Anpassungen der Anmeldedokumente ein deutliches Indiz für die Intensivierung der Gespräche.

 

Die meisten dieser jüngsten Diskussionen konzentrierten sich auf das den börsengehandelten Fonds zugrunde liegende Modell der Sacheinlösung gegenüber der Bareinlösung, also der sogenannten „in-kind redemption“ gegenüber der „cash redemption“.

  • Die Sacheinlösung ermöglicht es, die ETF-Anteile direkt gegen die von den ETFs gehaltenen Bitcoin umzutauschen. Dieses Modell wird von den Unternehmen bevorzugt, da es für die Anleger attraktiver sein soll.
  • Im Gegensatz dazu werden bei Barrücknahmen Anteile gegen Bargeld verkauft. Die SEC hat jedoch deutlich gemacht, dass sie Barrücknahmen gegenüber Sachrücknahmen bevorzugt. Das liegt wahrscheinlich an regulatorischen und operativen Bedenken.

Wir sind jedoch der Meinung, dass Barrücknahmen strukturell schlechter sind als Sachrücknahmen, unter anderem wegen der Auswirkungen auf den Markt und die Liquidität, der operativen Komplexität und der Kosten sowie eines größeren Tracking Error.