Bitcoin und der Zitronenfalter Darum rät Loys-Chef von Kryptowährung ab

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Spekulation auf Knappheit

Daraus ergeben sich aber auch zwei problematische Konsequenzen: Ausgerechnet die begrenzte Verfügbarkeit, die zur Stabilität beitragen soll, macht aus dem Zahlungsmittel Bitcoin derzeit ein Spekulationsobjekt.

Die Anzahl von Bitcoin-Käufern, die auf ein alternatives Geldsystem ausweichen wollen, wird offenbar deutlich von denen übertroffen, die aufgrund der Knappheit des Angebots auf weitere Preissteigerungen setzen. Hier liegt der Unterschied zwischen investieren und spekulieren. Anscheinend kennt der Preis, den Nachfrager für das Digitalgeld zu zahlen bereit sind, nahezu keine Grenzen. Das erinnert an die Tulpen-Manie des 17. Jahrhunderts oder ähnlichen euphorischen Übertreibungen.

Damit geht zudem die Illusion einher, dass auch ohne Wissen und Arbeit ein Vermögen aus dem Nichts entstehen kann. Ohne das Wissen, wie man für sein Geld einen adäquaten Gegenwert erwirbt, setzt man sich jedoch leichtfertig der Gefahr eines substantiellen Vermögensschadens aus.

Eine Investition bietet langfristig Ertragskraft

Das Wesen des Investierens liegt in der Erkenntnis, dass der Preis, zu dem eine Sache angeboten wird, nicht zwangsläufig ihrem Wert entspricht. Aus der Differenz zwischen dem inneren Wert einer Anlage und ihrem Marktpreis leitet sich eine fundierte Investmententscheidung ab. Erst wenn man die rein spekulative Preiserwartung um eine Wertbestimmung ergänzt, darf man von investieren sprechen. Bei Loys folgen wir dabei den Prinzipien von Benjamin Graham, dem Begründer der fundamentalen Wertpapieranalyse, wonach ein Investment nach quantitativen und qualitativen Kriterien überzeugen muss.

Der Wert einer Geldanlage ist wesentlich mit ihrer Ertragskraft verknüpft. Eine Unze Gold ist über einen Zeitraum von 20 oder 100 Jahren immer das, was es ist: ein Stück Metall. Ein Unternehmen wie die Daimler AG hat dagegen seit ihrer Entstehung über sehr unterschiedliche Wirtschaftszyklen hinweg neue Werte geschaffen.

Bei Unternehmen geht es nicht nur um die quantitative Einschätzung der Gewinnentwicklung, sondern qualitativ auch um die Nachhaltigkeit der Wertschöpfung. Damit geht das Vertrauen einher, dass man für sein Geld eine zukunftsfähige Beteiligung an einem produktiven Prozess bekommt. In Zeiten negativer Zinsen und drohendem Kaufkraftverfall bieten solide, gründlich analysierte Unternehmen beziehungsweise. Aktien langfristig die Chance auf Vermögenserhalt und Vermögensaufbau. 

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