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Hannah Ritzmann (Redakteurin)Lesedauer: 2 Minuten

Gefahr für ESG-Anleger BIZ warnt vor grüner Blase

Standort der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel
Standort der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel: Die BIZ sieht eine Gefahr für ESG-Anlagen | Foto: Imago images / Zuma Press

Die Nachfrage nach Anlageprodukten, mit ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien (ESG), boomt. Gleichzeitig stellt sich die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die Frage, ob sich eine grüne Blase bildet.

ESG-Vermögenswerte steigen laut der BIZ weiter an. Mangelnde Standards und fehlende Transparenz erschweren es jedoch, genaue Kennzahlen zu nennen und den Überblick zu behalten.

Nach einer Analyse der BIZ haben Anlagen, die nach weiten Kriterien den Bereichen ESG (Umwelt, Gesellschaft und Governance) zugeordnet werden, seit 2016 um ein Drittel auf 35 Billionen US-Dollar zugenommen. Investments, die im engeren Sinn in ESG-Fonds verwaltete werden, haben sich in fünf Jahren auf 2 Billionen Dollar verzehnfacht.


Zwar machen ESG/SRI-Aktienfonds nur etwa drei Prozent des gesamten verwalteten Vermögens von Investmentfonds und börsengehandelten Fonds am gesamten Finanzmarkt aus, trotzdem erkennt die BIZ Parallelen zu Situationen in der Vergangenheit: Vermögenswerte, die mit grundlegenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen verbunden sind, neigen dazu, nach einem anfänglichen Investitionsboom große Preiskorrekturen zu erfahren. Beispiele dafür sind die Eisenbahnaktien Mitte des 18. Jahrhunderts oder die Internetaktien während der Dotcom-Blase.

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Bewertungen von ESG-Vermögenswerten überzogen sein könnten, obwohl die Beispiele aus Branchen stammen, die aus Sicht der Finanzstabilität nur kaum Anlass zur Sorge geben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Unternehmen aus dem Bereich der grünen Energien liegt immer noch deutlich über dem von bereits hoch bewerteten Wachstumswerten.

Die hohen Bewertungen auf den Kreditmärkten wären angesichts drohender Zahlungsausfälle riskanter, da diese ein Zeichen für eine Überhitzung des Marktes sein könnten. Hierfür wären jedoch weitere Analysen notwendig, 


Die BIZ empfiehlt daher, die Entwicklungen auf dem ESG-Markt zu beobachten. Wenn der Markt weiterhin in dem derzeitigen Tempo wächst und immer ausgefeiltere Instrumente entstehen (zum Beispiel strukturierte Produkte), wird es nicht nur wichtig sein, die Vorteile der Finanzierung einer nachhaltigeren Welt zu bewerten, sondern auch die finanziellen Risiken, die sich aus einer Umschichtung in den Portfolios der Anleger ergeben könnten, zu ermitteln und zu steuern.

Ein erster Schritt dorthin wäre die Erhebung genauer Daten über ESG-Anlagen, meint die BIZ. Dies erfordert angemessene Offenlegungs- und Berichtsregelungen.

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