Björn Drescher, Gründer und Geschäftsführer von Drescher & Cie., sieht mit Skepsis auf den Trend zu Private-Equity-Investments Foto: Drescher & Cie.

Björn Drescher

Private Equity ist im Kommen

Wie der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungen bekannt gab, setzen Versicherungen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Stiftungen, Unternehmen und Family Offices zunehmend auf Private Equity. 93 Prozent der befragten 45 Einrichtungen gaben an, Private-Equity-Strategien zu verfolgen, 95 Prozent davon wollen ihren Anteil weiter ausbauen.

Bei den Gründen rangieren Renditeerwartungen und Diversifizierung vorn. Strategische Aspekte, Opportunitäten oder die volkswirtschaftliche Bedeutung stehen hinten an. Mehr oder weniger sind alle Beteiligten derzeit mit ihren Investments zufrieden bis sehr zufrieden.

Schön für alle „Beteiligten“. In meinen Augen sprechen die zunehmenden Engagements allerdings nicht nur von der Innovationsbereitschaft (semi-)institutioneller Anleger, sondern auch von ihrer Not im Niedrigzinsumfeld. Denn ein Aspekt kommt mir zu kurz: Die Bewertungsmöglichkeiten der außerbörslichen Assets, die sich kurzfristigen Schwankungen an den Kapitalmärkten um den Preis eingeschränkter Liquidität entziehen können. Nicht umsonst unterscheiden einzelne institutionelle Investoren gern zwischen dem Brutto- (mit PE) und Netto-Aktien-Exposure (ohne PE) und verwalten mittlerweile mehr in Private Equity als in börsennotierten Aktien.

Was diese Investments wert sind, zeigt sich, wenn sie eines Tages unter Stress verkauft werden müssen. Kurzum: Gesucht werden eigentlich aktienähnliche Renditen ohne Volatilität. Wer hätte diese Quadratur des Kreises nicht auch gern.

 

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