DAS INVESTMENT: Herr Huber, es gibt so viele Mischfonds da draußen. Was machen Sie beim Blackpoint Evolution Fund anders?

Marcel Huber: Wir heben uns mit mehreren Faktoren vom Rest des Feldes ab. So sind wir nicht Benchmark-orientiert und investieren wirklich langfristig. Wir denken in Jahren, nicht in Quartalen. Zudem sind wir durch und durch aktive Manager und verzichten auf passive Strategien.

Nicht starr an der Benchmark kleben und langfristig orientieren – das versprechen auch andere Anbieter. Was heißt das konkret?

Huber: Unser Portfolio ist sehr fokussiert zusammengesetzt: Mit 41 ausgewählten Aktien und rund 90 Anleihen von circa 75 Emittenten setzen wir auf Präzision statt Masse. Flankiert wird das durch liquide weniger korrelierte Anlagen, inklusive Gold, und, wenn passend, auch ESG-konforme Rohstoffe. 

Ihre größte Position ist ein Cat-Bond. Das ist recht ungewöhnlich für einen Multi-Asset-Fonds. Erklären Sie diese Entscheidung bitte genauer.

Huber: Katastrophenanleihen sind eine der tragenden Säulen unseres Portfolios. Sie zeigen über längere Zeiträume hinweg eine beeindruckende Performance, selbst wenn es mal an den Märkten rumpelt. Viele Asset Manager verzichten jedoch auf diese Assetklasse. 

 

Warum?

Huber: Aus Angst davor, falls es doch mal zu einer Naturkatastrophe kommt. Viele Kollegen denken immer noch in Jahresscheiben, weil jeden Dezember beim Kunden abgerechnet wird. Von diesem Denken haben wir uns ein Stück weit befreit.

Sie versuchen also gar nicht erst, den Markt zu timen?

Huber: Menschen sind nicht gut im Timing, das zeigen unabhängige Studien immer wieder. Deshalb versuchen wir es gar nicht erst. Das heißt natürlich nicht, dass wir in unseren Fonds nichts bewegen. Aber wir bleiben unserer Strategie treu und handeln keine Derivate, abgesehen von Währungssicherungen. 

Damit verzichten Sie auch auf einen Risiko-Overlay.

Huber: Das stimmt. Wir bauen ein langfristig robustes Portfolio auf. Auf der Aktienseite setzen wir zu einem großen Teil auf etablierte Unternehmen, die Stabilität bringen. Ein kleiner Teil von dynamischen Unternehmen liefert verstärktes Wachstum. Das kombinieren wir mit Anleihen. Insgesamt ergibt sich damit ein robuster Mix, der trotzdem noch gute Ertragschancen bietet.

Wie hat sich dieser Mix in den vergangenen 18 Monaten verändert?

Huber: Wir haben wie die meisten Multi-Asset-Manager unsere Anleihen-Quote deutlich erhöht. Wir setzen jedoch auf höhere Durationen als viele Mitbewerber. Die längste Anleihe, die wir zuletzt nachgekauft haben, hat eine 37-jährige Laufzeit. Denn wir sind überzeugt, dass Anleihen auf absehbare Zeit ein langfristiger Werttreiber werden.

Dabei setzen viele Marktteilnehmer auf das Motto „T-Bill and Chill“. Sie packen sich also primär kurzlaufende Anleihen ins Portfolio.

Huber: Aber das ist nur das kurze Glück und nicht nachhaltig. Denn irgendwann muss man das Geld ja wieder reinvestieren. Bei 20 Jahren Laufzeit bekomme ich derzeit aber immer noch knapp über 5 Prozent Rendite. Warum diese also nicht gleich für einen langen Zeitraum einbuchen? Zudem habe ich eine höhere Zinssensitivität, was mir bei Zinssenkungen helfen wird.