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Lesedauer: 3 Minuten
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Inflation und Kapitalanlage BlackRock bleibt bei Industrieländer-Aktien übergewichtet

EZB-Chefin Christine Lagarde
EZB-Chefin Christine Lagarde: Die großen Notenbanken nehmen eine höhere Teuerung als früher in Kauf und reagieren deutlich zurückhaltender. | Foto: Imago Images / ZUMA Wire

Weil die Nachfrage deutlich über dem Angebot lag, stieg die Inflation 2021 sprunghaft an. Sie wird sich wohl auf höheren Niveaus als vor der Pandemie einpendeln, sobald die Angebotsengpässe nachlassen. Die Grafik zeigt, dass wir in unserem Basisszenario auf Jahre hinaus mit höherem Preisauftrieb rechnen. Eine treibende Kraft dabei sind die wichtigen Zentralbanken. Sie nehmen eine höhere Teuerung als früher in Kauf und reagieren deutlich zurückhaltender.

Ziemlich spät hat die Fed erklärt, dass sie ihr durchschnittliches Inflationsziel erreicht hat – was unserer Ansicht nach schon früher der Fall war. Wir erwarten, dass die US-Notenbank 2022 beginnt,
die Zinsen anzuheben, allerdings eher behutsam. Weil auch das zweite Mandat der Fed, nämlich maximale Beschäftigung, eine wichtige Rolle spielt, beobachten wir genau, wie sie es interpretiert. Denn das dürfte Aufschluss über Zeitpunkt und Tempo der Zinserhöhungen geben. Gemäß ihrem Mandat strebt die US-Notenbank an, mehr Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen. Zinserhöhungen dürften daher nur allmählich erfolgen.

In der Eurozone weiterhin lockere Geldpolitik zu erwarten

Die Zinserhöhungen würden einen Teil der Unterstützung, die 2020 zum Eindämmen der Krise ausgegeben wurden, wieder zurücknehmen, da die Beschäftigung fast wieder das Niveau der Konjunkturphase vor Covid-19 erreicht hat. Anders stellt sich die Lage für die Europäische Zentralbank dar. Ihr Ziel ist es nach wie vor, dass sich die Inflation bei 2 Prozent und nicht wieder deutlich unter dieser Marke einpendelt, wo sie jahrelang verharrte. Die mittelfristigen Inflationsprognosen der EZB dürften nicht an ihr 2-Prozent-Ziel heranreichen. Folglich ist mit einer Fortsetzung ihrer sehr lockeren Geldpolitik zu rechnen. Aus unserer Sicht wird die EZB noch einige Jahre vom Drehen an der Zinsschraube absehen und stattdessen ihre regulären Wertpapierkäufe ausweiten, da ihr Pandemieprogramm 2022 ausläuft.

Klimawandel sorgt für neue Lieferkettenrisiken

Auch der Klimawandel heizt die Inflation an. Ein geordneter Netto-Null-Übergang würde die Preise am wenigsten anfachen – anders als ein ungeordneter oder ein „Weiter so“. Die Klimakrise wird in den nächsten Jahrzehnten wohl zahlreiche Lieferketten empfindlich stören. Für uns heißt das: Wir ziehen Aktien Anleihen vor und bleiben bei inflationsgeschützten Papieren übergewichtet.

Klimaüberlegungen sprechen für Industrieländer-Aktien

Bei unseren strategischen Einschätzungen zu den großen Anlageklassen gaben wir auch während des turbulenten Neustarts der Weltkonjunktur Aktien gegenüber nominalen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen den Vorzug. Wichtige Einschätzungen, die wir in den vergangenen 18 Monaten beibehalten haben, bewahrheiten sich nun: Die Zinskurve verläuft angesichts der beschleunigten Inflation flacher als in früheren Straffungszyklen und bestärkt uns in der Übergewichtung inflationsgeschützter Anleihen.

Das Niedrigzinsumfeld untermauert unsere Übergewichtung von Aktien aus Industrieländern. Dass wir den Klimawandel in unsere Renditeerwartungen einbeziehen, macht Aktien aus Industrieländern attraktiver als solche aus Schwellenländern, da weniger kohlenstoffintensive Sektoren wie Technologie und Gesundheit in den Industrieländern stärker gewichtet sind.

Daneben spielen unserer Ansicht nach die Privatmärkte weiter eine wichtige Rolle bei strategischen Allokationen: Unsere neutrale Gewichtung beinhaltet eine Anfangsallokation, die um einiges über der der meisten professionellen Anleger liegt. Das Umfeld für Risikoanlagen ist taktisch gesehen günstig, aber unserer Ansicht nach nicht mehr so gut wie vor einem Jahr. Daher reduzieren wir unser taktisches Risiko auf ein immer noch aktienfreundliches, aber neutraleres Niveau. Angesichts des starken Wachstums und der niedrigen Realrenditen bleiben Aktien also noch immer leicht übergewichtet, wobei wir Industrieländer-Aktien vorziehen.

Dieses Engagement gleichen wir mit etwas Duration aus und bevorzugen dabei inflationsgeschützte gegenüber nominalen Staatsanleihen. Gründe sind die hartnäckige Inflation und die Nominalrenditen, die stärker steigen als die Realrenditen. In einem Umfeld magerer Renditen scheinen uns jedoch die Bewertungen und Erträge von Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern attraktiv.

Zum vollständigen globalen Ausblick auf 2022 von BlackRock-gelangen Sie hier.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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