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BlackRock-Interview „Lieber Energieaktien als Öl-Futures“

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Wie wird sich der Ölpreis denn entwickeln?

Herrmann: In den nächsten sechs bis zwölf Monaten sehe ich wenig Spielraum in beide Richtungen. Nach oben begrenzen den Preis die hohen Lagerbestände und die potenziellen Angebotsausweitungen bei einem Preisanstieg. Nach unten ist der Schmerz bei den Förderländern bei Preisen von 45 Dollar oder auch jetzt schon so groß, dass der Anreiz sehr hoch ist, Förderbeschränkungen umzusetzen.

Und langfristig?

Herrmann: Dafür muss man sich mit ganz anderen Fragen auseinander setzen: Welche Bedeutung hat Öl künftig als Energieträger? Gibt es einen Trend zu erneuerbaren Energien? Es ist nicht nur schwer diese Fragen verlässlich zu beantworten, sondern auch die Auswirkungen auf den Ölpreis abzuschätzen.

Welche Auswirkung hat der Ölpreis auf die Aktienmärkte?

Herrmann: Die Erholung und Stabilisierung des Ölpreises seit einigen Monaten hat den Energieaktien sehr stark in die Karten gespielt. Sie haben seit Jahresbeginn den breiten Markt deutlich geschlagen. Es gab auch einen Rückgang bei den Ausfällen im High-Yield-Anleihe-Bereich. Da wir beim Ölpreis wenig Spielraum nach oben und unten sehen, dürfte die Outperformance der Energieaktien sich nicht in der bisherigen Form fortsetzen.

Ich ziehe ein Investment in Energieaktien aber einem Investment auf den Ölpreis über Futures vor. Die Terminkurve für Öl ist nach wie vor steigend, Investoren dürften hier Rollverluste erleiden. Wer auf einen steigenden oder stabilen Ölpreis setzen will, sollte dies über Energieaktien machen. Wenn es den Unternehmen in den USA gelingt, ihre Effizienz zu steigern, würden auch die Margen steigen bei einem mehr oder weniger konstanten Ölpreis. Ausgewählte Titel könnten daher interessant sein, ohne dass der Ölpreis weiter steigen muss.

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