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Daimler-Vorstand Dieter Zetsche: Die Sorge vor höheren Autozöllen seitens der US-Amerikaner könnte den deutschen Herstellern schaden. | © Getty Images

Blackrock-Monatsbilanz für Februar Anleger trauen dem Braten nicht ganz

In unserem Jahresausblick 2019 legen wir Anlegern eine „Hantelstrategie“ ans Herz. Damit meinen wir einen Fokus bei Investitionsentscheidungen auf die beiden Enden des Risikospektrums.

Die Idee dahinter? Im aktuellen Marktumfeld scheint es einerseits sinnvoll zu sein, die Widerstandsfähigkeit breit diversifizierter Portfolios durch einen Fokus auf Wertpapiere mit geringerem Risiko zu erhöhen, zum Beispiel sichere Staatsanleihen. Andererseits sollten Anleger gezielt am riskanteren Ende des Spektrums investieren, etwa in Aktien aus Schwellenländern. Diese Strategie kommt einer Hantel mit Gewichten an beiden Enden gleich.

Gold und deutsche Staatsanleihen liegen im Plus

Investoren, die seit Jahresbeginn auf eine solche Strategie gesetzt haben, dürften aktuell mit einer gewissen Zufriedenheit auf ihr Portfolio schauen: Seit Anfang Januar liegen sowohl risikoarme Anlageklassen wie Gold und deutsche Staatsanleihen vorne, als auch riskanter eingestufte Aktien und Anleihen aus Schwellenländern.

Im Februar haben zudem die Aktienmärkte in den USA und Europa nochmal um 3 Prozent zugelegt. Seit Jahresanfang notieren daher globale Aktien bereits mehr als 10 Prozent im Plus. Grund für den Aufwärtstrend sind die steigenden Bewertungen.

Der Rückgang der Gewinnerwartungen, der vor dem Hintergrund einer abschwächenden Konjunktur zustande kommt, wirkte bei Aktien hingegen bremsend, wurde aber durch die Bewertungen kompensiert. Interessanterweise ergibt sich somit für das Jahr 2019 bis dato ein Spiegelbild des Jahres 2018, in dem die Unternehmergewinne gestiegen und die Bewertungen gefallen sind.

Ursächlich für die Korrektur bei den Bewertungen sind aus meiner Sicht zwei Dinge. Erstens sorgte die Annäherung im Handelskonflikt zwischen China und den USA in den vergangenen Wochen für eine höhere Bereitschaft bei Anlegern, sich Aktien auch bei höheren Bewertungen zuzuwenden. Zweitens hat das Pausieren der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bei den Zinserhöhungen tendenziell niedrigere Zinsen und somit einen höheren Barwert künftiger Gewinne zur Folge. Folglich steigen die Aktienkurse.

Möglich war der Anstieg der Aktienbewertungen zu Jahresbeginn allerdings nur, weil die Mehrheit der Anleger ganz offensichtlich noch immer davon ausgeht, dass sich die Konjunktur nicht bedeutend verschlechtert. Meiner Meinung nach ist eine Rezession in den Jahren 2019 und 2020 tatsächlich unwahrscheinlich.

Investoren reagieren auf Risiken in Europa

Dennoch bleibt eine gewisse Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Die Volatilität wird im weiteren Jahresverlauf sicher nicht so niedrig bleiben, wie sie Moment ist. Gerade mit Blick auf Europa sollten Anleger wachsam bleiben.

Neben dem Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) leiden die Europäer auch unter möglichen höheren Autozöllen seitens der USA. Das US-Handelsministerium sieht die nationale Sicherheit in den USA durch importierte Autos aus Europa gefährdet. Präsident Donald Trump könnte höhere Zölle eigenständig beschließen – zum Nachteil Europas.

Anleger haben bereits Kapital aus Aktienfonds, die in Industrieländer investieren, abgezogen. Für mich spiegelt das eine gewisse Zurückhaltung wider, ganz nach dem Motto: Dem Braten besser nicht trauen. Generell ist jedoch wichtig, langfristig zu investieren. Es stellt sich lediglich die Frage nach der richtigen Strategie zum richtigen Zeitpunkt. Wir von BlackRock sind der Meinung, dass die Hantelstrategie im Moment eine gute Wahl ist.

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