Trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheiten setzen Versicherer weltweit verstärkt auf nicht-börsennotierte Anlagen (Private Markets). Das zeigt die 14. jährliche Umfrage von Blackrock. Für die „Global Insurance Survey“ wurden 463 Investment-Verantwortliche von Versicherern aus 33 Ländern befragt. Die Unternehmen verwalten zusammen rund 23 Billionen US-Dollar.

Fast jeder dritte Versicherer will Private-Markets-Anteil erhöhen

30 Prozent der befragten Versicherer planen, ihre Allokationen in Privatmärkten zu erhöhen, während 58 Prozent ihr aktuelles Engagement beibehalten wollen. Lediglich 12 Prozent erwägen eine Reduktion. „Die Nachfrage nach Private Assets bleibt über Zinszyklen hinweg konstant hoch“, erklärt Mark Erickson, Global Insurance Strategist bei Blackrock.

Die Attraktivität von Privatmarkt-Investitionen liegt für Versicherer vor allem in drei Faktoren:

  • 50 Prozent schätzen die Diversifikation und geringere Volatilität,
  • 47 Prozent sehen darin einen Inflationsschutz,
  • und 43 Prozent nutzen sie für den Zugang zu neuen Anlageklassen.

Die Renditeerwartungen allein rangieren mit 39 Prozent erst an vierter Stelle – ein Zeichen dafür, dass Versicherer Privatmärkte heute breiter bewerten als nur unter Ertragsgesichtspunkten. 

Infrastructure Debt besonders begehrt 

Besonders gefragt sind Infrastrukturanleihen (Infrastructure Debt): Die langfristigen Darlehen für Infrastrukturprojekte werden von 57 Prozent der Befragten als attraktiv eingestuft. Private Placements, also direkt zwischen Emittent und Investor platzierte Wertpapiere, folgen mit 52 Prozent.

44 Prozent interessieren sich für sogenannte Special Situations und opportunistische Strategien, bei denen Investoren von besonderen Marktsituationen wie Restrukturierungen oder Marktverwerfungen profitieren wollen. Asset-Backed Securities (ABS), also durch Vermögenswerte wie Kredite oder Forderungen besicherte Wertpapiere, bevorzugen 42 Prozent der Befragten.

BR
 Bildquelle: Blackrock