Nach 88 Jahren im Familienbesitz wechselt das Hotel Excelsior in München den Eigentümer. Die Hoteliersfamilie Geisel hat das Vier-Sterne-Haus in der Schützenstraße Medienberichten zufolge an Blackrock Real Estate verkauft. Für die traditionsreiche Familie bedeutet die Transaktion den Abschied von ihrer letzten Hotel-Immobilie in der bayerischen Landeshauptstadt.

Der weltweit größte Vermögensverwalter aus New York übernimmt das Traditionshaus über seinen europäischen Value-Add-Fonds. Die drei Brüder Carl, Stephan und Michael Geisel trennten sich damit von einem Aushängeschild, das seit 1936 zum Portfolio der Geisel Privathotels gehörte. Mit dem Verkauf endet ein Kapitel Münchner Hotelgeschichte.

Schwere Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung

„Die Familie Geisel hat nach sorgfältiger Prüfung die unternehmerische Entscheidung gemeinsam getroffen, das Hotel Excelsior nicht weiter selbst zu betreiben und die Immobilie zu veräußern„, bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem „Münchner Merkur“. Die Entscheidung sei allen sehr schwer gefallen. „Das Hotel Excelsior war seit 1936 ein Aushängeschild der Geisel Privathotels und ein Teil der tiefen Verwurzelung der Familie Geisel in München“, sagt ein Unternehmenssprecher gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Das Objekt umfasst 114 Zimmer und Suiten im bayerischen Landhausstil, fünf Tagungsräume sowie das Restaurant Vinothek. Bereits seit Mai 2025 suchte die Familie einen Käufer, wie die Abendzeitung berichtete. Der Ankauf erfolgt über den von Blackrock verwalteten Value-Add-Fonds in Zusammenarbeit mit der Betreibergesellschaft Siggis Capital.

Stillschweigen über den Kaufpreis

Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Marktbeobachter schätzen den Wert der Immobilie allerdings auf rund 60 Millionen Euro, wie aus verschiedenen Medienberichten hervorgeht. Der Nachrichtendienst Green Street News nennt ebenfalls diese Summe.

Björn Rasche, Blackrock-Leiter Immobilien Deutschland, begründet das Interesse am Objekt: „Als eines der beliebtesten Reiseziele Deutschlands ist die Nachfrage nach hochwertigen Hotels in der Stadt äußerst hoch. Zugleich sind entsprechende Objekte nur selten verfügbar."

Garantien für Standort und Mitarbeiter

Bestandteil der Vereinbarung ist eine Standortgarantie: Das Gebäude soll weiterhin als Hotel genutzt werden. Der Sprecher der Geisel Privathotels zu „Bild“: „Bestandteil der Vereinbarung ist, dass alle derzeit rund 100 Mitarbeitenden übernommen werden, sofern sie dies wünschen." Auch der Weiterbetrieb des Hotels sei vertraglich vereinbart.

Nach Informationen von Bild ist ein Abriss des Hauses auf dem Gelände nicht geplant. Auch das Restaurant Vinothek soll nach Angaben des Münchner Merkur zunächst weiterbetrieben werden. Über mögliche Veränderungen im gastronomischen Konzept oder eine eventuelle Umbenennung des Hotels machte Blackrock bislang keine Angaben.

Strukturwandel im Münchner Hotellerie-Markt

Mit dem Verkauf des Excelsiors trennt sich die Familie Geisel von einer weiteren zentralen Immobilie ihres Münchner Portfolios. Bereits zuvor war das Hotel Königshof am Stachus veräußert worden. Der Rückzug aus dem Immobilienbesitz markiert eine grundlegende strategische Neuausrichtung der traditionsreichen Hotelgruppe.

Das Umfeld des Excelsiors befindet sich derzeit im Wandel. Direkt gegenüber steht der frühere Kaufhof-Komplex leer, dessen Zukunft weiterhin offen ist. Die Entwicklung des Bahnhofsviertels bleibt damit auch nach dem Eigentümerwechsel des Hotels eine offene Frage für die Münchner Stadtentwicklung