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Ein Roboter, der als Begleiter für Kinder konzipiert wurde, wenn die Eltern arbeiten: Auch bei der Geldanlage werden Algorithmen immer häufiger eingesetzt. | © Getty Images

Blackrock zu Robo-Advisory Das Persönliche darf nicht zu kurz kommen

Wer am Puls der Zeit lebt, kann Chancen nutzen. Unter diesem Motto lud BlackRock am 5. September zum „Investoren Forum 2019“ nach Frankfurt. Ein Thema in der Paneldiskussion: Robo-Advisory. Vertreter verschiedener Anbieter sprachen über ihre Erfahrungen, Schlüsse und Zukunftsperspektiven. Ihr Tenor war eindeutig: Die Wachstumserwartungen haben sich bisher (noch) nicht erfüllt.

Tatsächlich zeigen Studien von Beratungsunternehmen wie Oliver Wyman, dass sich das Wachstum seit 2017 deutlich verringert hat. Damals gingen Analysten noch davon aus, dass Robo-Lösungen bis zum Jahr 2019 rund zehn Milliarden Euro in Deutschland verwalten würden. Mittlerweile erwarten die Anbieter, bis zum Jahresende gerade einmal die Hälfte der Summe eingesammelt zu haben.

Erfolgsmodelle überzeugen mit Vertrauen

Derzeit ist zwar alles im Fluss, doch die Angebote selbst sind einer ständigen Optimierung und Veränderung unterworfen. Klar scheint allerdings: Die Hoffnung, mit Robo-Advisory aus den deutschen „Anlagemuffeln“ binnen weniger Jahre Investoren zu machen, hat sich nicht erfüllt. Eine Ursache dafür: Kunden können offenbar mit ökonomisch sinnvollem Aufwand mit den heute bestehenden Angeboten nur dann gewonnen werden, wenn sie bereits stark online-affin oder grundsätzlich finanzinteressiert sind.

Diese Erkenntnis ist wenig verwunderlich, denn was Robos letztlich bieten, ist Vermögensverwaltung mit digitalem Zugang. Das sorgt zwar für eine gewisse Demokratisierung der Verwaltung auch kleinerer Vermögen – aber eben nur unter Zielgruppen, die sich ein Investieren grundsätzlich vorstellen können.

Deutlich wurde auch: Die Erfolgsmodelle im Markt schaffen es, Vertrauen bei ihren Anlegern aufzubauen. Das ist entscheidend dafür, dass Geld einer Angebotslösung anvertraut wird. Ein Faktor dabei ist die Marke. Wer in Verbindung mit einer erfolgreichen und als vertrauenswürdig wahrgenommenen Marke auftritt, hat bessere Voraussetzungen. So ist es etablierten Onlinebanken oder Onlinebrokern gelungen, Vertrauen zu schaffen und gleichzeitig finanz- und anlageaffine Kunden anzusprechen.

Nachfrage nach Hybrid-Modellen steigt

Vertrauen kann aber auch über den persönlichen Kontakt zu Menschen entwickeln, die mit Rat und Tat zur Seite stehen – und im Zweifel im Gespräch noch einmal verständlich machen, was die vom Robo-Advisor vorgeschlagene Anlage bedeutet.

Hierin liegt auch die Stärke der hybriden Modelle, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Anbieter mit langfristig orientierten Kunden können auf diese Weise ihr Angebot erweitern und die Qualität einer Vermögensverwaltung weiteren Kundenkreisen zugänglich machen.

Das gilt übrigens auch für den Kostenaspekt: Denn grundsätzlich gestanden alle Teilnehmer in der Diskussionsrunde zu, dass die Angebote in den vergangenen Jahren die Kosten für Anleger senken konnten. Und die Entwicklung auf der Vergütungsseite ist noch nicht am Ende angelangt. Neue Modelle könnten an den Markt gebracht werden. Ob sich dabei allerdings Abo-, Flat- oder doch volumenangepasste Modelle durchsetzen werden, hängt letztlich von den Anlegern ab.

User-Experience wird zum Gradmesser künftiger Angebote

Auch auf der Seite des Asset Managements und der eigentlichen Systematik der Vermögensverwaltung gibt es ständig Weiterentwicklungen. Längst stehen nicht mehr nur von Algorithmen gesteuerte ETF-Portfolios zur Wahl. Auch aktive Fonds können bei einigen Anbietern enthalten sein. Zudem ist der Einfluss menschlicher Portfoliomanager auf die Allokation und Auswahl der Instrumente von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Hinzukommen die angewendeten Algorithmen, die ständig weiterentwickelt werden.

Um Anpassung und Geschwindigkeit geht es auch auf anderer Ebene: Die User Experience – wie also Kunden und potenzielle Kunden das Online-Angebot wahrnehmen und wie leicht ihnen die Nutzung erscheint – ist von höchster Bedeutung. Anbieter, die in der Lage sind, Erfahrungen schnell in Verbesserungen umzusetzen, dürften klar im Vorteil sein. Erst dann kann Robo-Advisory zunehmend seinen Platz im Spektrum der Investment-Angebote für Anleger finden.

Und auch die Kombination mit traditionellen Anbietern von Beratung bis Online-Brokerage kann ein wesentlicher Faktor dabei sein, wenn es um eine Grundvoraussetzung für den künftigen Erfolg entsprechender Produkte geht: Vertrauen.

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