Stephen Schwarzman, Mitgründer von Blackstone Group (Foto: Getty Images)

Stephen Schwarzman, Mitgründer von Blackstone Group (Foto: Getty Images)

Blackstone Total Alternatives Solution Advisors

Blackstone gründet Gesellschaft für Ultra-Reiche

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Der weltgrößte Verwalter alternativer Anlagen hat dafür die Blackstone Total Alternatives Solution Advisors gegründet. In dieser Gesellschaft soll das Anlagekapital vermögender Familien und Personen des Segments “High-Net-Worth” gebündelt werden. Das geht aus einer Pflichtmitteilung im Juni hervor. Die neue Anlagegesellschaft sucht zunächst Klienten für einen Dachfonds, der in die Buyout-Fonds, Immobilienfonds und Hedgefonds der New Yorker Blackstone investiert.

Schwarzman, dessen Nettovermögen bei mehr als 10 Milliarden Dollar liegt, beklagt regelmäßig, dass Privatpersonen nicht mehr Geld in alternative Anlagen stecken. Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone, Carlyle Group und KKR haben traditionell institutionelle Investoren, beispielsweise Pensionsfonds, betreut.

Nun nehmen sie einen größeren Teil der geschätzt 11 Billionen Dollar ins Visier, die Reiche bei Privatbanken, Brokern und Anlageberatungsfirmen in den USA und Kanada investiert haben. Vermögen von Privaten machen bei Blackstone gerade mal 12 Prozent oder 33 Milliarden Dollar des gesamten Anlagevolumens von 272 Milliarden Dollar aus.

Auf einer Investoren-Konferenz im Juni in New York hatte Brendan Boyle, ein Senior Managing Director erklärt, Analysen von Blackstone vor einigen Jahren hätten gezeigt, dass “die größten Möglichkeiten für uns im Bereich privates Vermögen liegen.”

Die neue Gesellschaft sucht Kunden für die Blackstone Total Alternatives Solution 2014. Das Geld soll der Pflichtmitteilung bei der Börsenaufsicht SEC zufolge von High- Net-Worth-Personen und deren Vermögensverwaltungen, wie etwa Family Offices kommen. Investiert werden müssen mindestens 10 Millionen Dollar. Die anfallenden Gebühren wurden nicht genannt.

Während der durchschnittliche Pensionsfonds Boyle zufolge fast 20 Prozent seines Anlagevolumens auf alternative Anlagen alloziert und Stiftungen rund 26 Prozent, sind es bei vermögenden Privatinvestoren durchschnittlich nur zwischen 2 bis 3 Prozent.

Blackstone hat Treffen mit Family Offices und Personen, die über bis zu 20 Milliarden Dollar verfügen, abgehalten, wie Boyle sagte. Die Gesellschaft geht auch Partnerschaften mit Privatbanken und Brokern ein, die vermögende Personen betreuen.

Carlyle will private Investoren mit einer anderen Strategie locken. Die Gesellschaft schuf eine Zweckgesellschaft, die Central Park Advisers damit beauftragt hat, Anlagekapital von Investoren auf verschiedene Buyout-Fonds von Carlyle zu verteilen. Das Anfangsinvestment für den CPG Carlyle Private Equity Fund liegt laut Pflichtmitteilungen bei 50.000 Dollar.

Auch die Banken im Privatbankengeschäft bieten den Reichen neue Wege für Investments in Alternative Anlagen. So initiierte die Credit Suisse Group ein Direct Equity Partners Programm, über das Kunden individuelle Buyouts, Immobilien- und Risikokapitaltransaktionen von Fall zu Fall unterstützen können. Das geht aus einer Pflichtmeldung vom Juni an die SEC hervor. Für jede Transaktion will Credit Suisse dabei Zweckgesellschaften gründen, wobei die Bank und ihre Mitarbeiter rund 5 Prozent des Kapitals bereitstellen.

Andere Banken mit einem großen Vermögenverwaltungsgeschäft, wie etwa die Deutsche Bank, bieten ähnliche Programme an, wie Neil Weiner, Senior Manager bei Foxhill Capital Partners in Princeton, New Jersey, berichtet. Die Vermögensverwaltung arbeitet für High-Net-Worth-Personen sowie Family Offices und Trusts.

“Es ist ein Weg, die Personen mit dem wirklichen High-Net-Worth zu locken, die keine Lust mehr haben in diesen riesigen Fonds festzusitzen”, sagt Weiner im Telefoninterview mit Bloomberg News. “Sie können von Fall zu Fall auswählen.”

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