Während die Mainmetropole letztes Jahr noch Platz zwei im Ranking belegte und ein akutes Blasenrisiko aufwies, hat sich die Lage bei Frankfurter Wohnimmobilien deutlich entspannt – wenn auch der Markt weiter als überbewertet gilt. Inflationsbereinigt korrigierten die Preise seit Ende 2021 um fast 20 Prozent. Gerade für Immobilienkäufer mit Vermietungsabsicht können die deutlich höheren Finanzierungskosten daher aktuell ein Verlustgeschäft sein.

Der abrupte Rückgang des Indexwertes hat laut UBS-Experten zwei Hauptursachen: Erstens sind die Mieten und Einkommen nominal stärker gestiegen als die Immobilienpreise, so dass bestehende Ungleichgewichte abgebaut wurden. Zweitens hat sich das Wachstum des ausstehenden Hypothekenvolumens verlangsamt.

Prognose: Preiskorrektur setzt sich fort

Die Preiskorrektur dürfte auch noch nicht vorbei sein, außer wenn die Zinsen wieder sinken. Trotz dieses Trends sind die Kaufpreise aktuell weiter doppelt so hoch als noch vor zehn Jahren, während die Mieten im gleichen Zeitraum um 40 Prozent gestiegen sind.

Die nachlassende Bautätigkeit bei gleichzeitig steigender Wohnbevölkerung in Frankfurt lässt jedoch den UBS-Experten zufolge eine Verschärfung der Wohnungsknappheit und weitere Mietsteigerungen erwarten. Angesichts der schwachen Konjunkturaussichten dürfte sich die zusätzliche Nachfrage jedoch zumindest kurzfristig auf das niedrigpreisige Mietsegment konzentrieren. Eigentümer von Altbauten könnten aufgrund landesweiter gesetzlicher Vorgaben mit hohen Renovierungskosten zur Verbesserung der Energieeffizienz konfrontiert werden. Das könnte zusätzliche Abschläge auf Immobilienwerte mit sich bringen.

Indexwert: 1,27

>1,5: Markt mit Blasenrisiko
0,5 bis 1,5: Überbewerteter Markt
–0,5 bis 0,5: Fair bewerteter Markt