Blasengefahr: KfW-Immobilienkredite in der Kritik

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Volkswirte bemängeln das Wohneigentumsprogramm der staatlichen KfW Bank, berichtet das Manager Magazin. Die Bank bietet für die Eigenheimfinanzierung einen Kredit über 50.000 Euro an, der bis zu zehn Jahre nicht getilgt werden muss. Nach dieser tilgungsfreien Zeit kann die monatliche Rate auf mehrere hundert Euro ansteigen je nach Laufzeit. Bei einer Variante müssen die Schuldner den Kredit nach zehn Jahren Tilgungsfreiheit sogar komplett zurückzahlen oder durch ein Darlehen einer anderen Bank ablösen.

Dieses Angebot der KfW Bank spricht vor allem Kreditnehmer an, die wenig Eigenkapital haben oder als nicht allzu gute Schuldner gelten und somit sonst keine Immobilie kaufen könnten.

Das Vorgehen erinnert einige Volkswirte nun verdächtig an die Blasenbildung am US-Subprime-Mark. Hier vergaben Banken viele Kredite mit anfänglicher Tilgungsfreiheit an Immobilienkäufer mit geringer Bonität (Subprime). Als die Tilgungsfrist begann und zusätzlich die Zinsen stiegen, konnten viele Schuldner nicht zahlen. Die folgenden Zwangsverwertungen ließen den US-Immobilienmarkt zusammenbrechen.

Beginnt die Tilgung der KfW-Kredite bei einem gestiegenen Zinssatz, könnten auch in Deutschland Schuldner zahlungsunfähig werden. Ökonomen befürchten daher die Bildung einer Blase aus schlechten Krediten. Das Manager Magazin bezieht sich dabei vor allem auf Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung am IREBS-Institut der Universität Regensburg, und Hans-Joachim Dübel, Geschäftsführer des Berliner Analysehauses Finpolconsult.

Die KfW sieht jedoch keine Gefahr. Die tilgungsfreie Anlaufzeit sei „notwendig, um den Gegebenheiten insbesondere im Neubau gerecht zu werden“, sagt KfW-Sprecherin Sybille Bauernfeind. Sie diene dazu, eine Doppelbelastung aus Tilgung und Mietzahlung zu verhindern.

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