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Blockchain-Experte Jörg Hermsdorf Vier Thesen zur Zukunft der Kryptowährungen

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Insbesondere die jüngeren Generationen, die sich bereits jetzt aus reiner Neugier mit Kryptowährungen und Blockchain-Technologie auseinandersetzen, entwickeln zunehmend ein anderes Verhältnis zu Konten, Banken und vor allem auch zur Privatsphäre. Wenn der Zeitpunkt kommt, an dem die ersten „Bitcoin-Teenager“ alt genug sind, ein eigenes Bankkonto zu beantragen und mit dem bürokratischen Prozess der Kontoeröffnung konfrontiert werden, wird sich vielen die Frage stellen, ob ihnen die Verwendung von Bitcoin bis dahin nicht vielleicht deutlich leichter fällt.

Gleichzeitig befindet sich das System aus "Bankgeld" und "Bankkonten" nach rund 400 Jahren am Ende seiner Optimierungsmöglichkeiten. Kryptowährungen wie Bitcoin dagegen stehen im Vergleich dazu noch am Anfang ihrer Existenz – niemand kann heute sagen, was hier noch alles möglich ist.

These 4 – Bitcoin könnte ultimativ Gold als Wertspeicher #1 ablösen

Ungefähr fünf Jahre haben die Vermögensverwalter noch Zeit, um Lösungen zu entwickeln, die einen Handel und eine Verwahrung von Krypto-Assets für Endkunden ermöglichen.

Denn ab 2024 stellt Bitcoin dann infolge der regelmäßigen, alle 4 Jahre stattfindenden Halbierung der „Schürfmenge“ das „härteste“ Geld dar, dass der Mensch je geschaffen hat und könnte damit Gold als Wertspeicher Nr. 1 ablösen. Dieser „ökonomische Härtegrad“ eines Geldes bestimmt sich daraus, dass trotz steigender Nachfrage nur eine limitierte Menge vorhanden ist bzw. wie viel zusätzliches Geld in der nächsten Zeit hinzukommt. Im Gegensatzzu Fiatgeld lassen sich Bitcoins nicht einfach nachdrucken. Es wird nur eine maximale Anzahl von knapp 21 Millionen Bitcoins geben. Das ist einmalig in der Geschichte, dass ein Geld wirklich begrenzt ist. Denn selbst bei Gold liegt die weltweite, jährliche Produktion seit jeher zwischen 1,5 und 2 Prozent.

Das ist nicht schlecht, denn egal wie sehr sich die Goldminenbetreiber auch anstrengen, es wäre ihnen derzeit technisch nicht möglich, die neu geförderte Menge Gold auf über 2 Prozent zu bringen, sollte die Nachfrage nach Gold drastisch steigen. Zumindest war das die letzten 5000 Jahre so. Aber für einen Wertspeicher ist zwei Prozent Inflation auch nicht perfekt, denn optimal wären null Prozent. Doch vergleicht man Gold mit allen anderen liquiden Gütern, die der Mensch produzieren kann, ist Gold bisher das inflationsstabilste Produkt menschlicher Arbeit bzw. Zeit und hat sich deshalb in einem tausendjährigen Wettstreit als bester Wertspeicher durchgesetzt. Unpraktisch an Gold ist lediglich die Teilbarkeit, die Überprüfung der Echtheit und das hohe Gewicht, um es im Alltag als Zahlungsmittel zu verwenden. Aber als Wertspeicher hat Gold bisher gute Dienste geleistet.

Bitcoin dagegen weist keine dieser Probleme auf und sein einfacher Algorithmus ist so gestaltet, dass die Inflation ab 2020 mit der von Gold gleichzieht und ab 2024 sogar unter die Inflation von Gold sinkt und konstant weiter fallen wird - bis die Inflation schlussendlich bei null Prozent ankommt. Diese Eigenschaft wird von vielen Menschen fälschlicherweise oft als „Deflation“ bezeichnet. Korrekt ist aber „Dis-Inflation“, was ähnlich klingt, aber etwas völlig anderes ist. Gepaart mit der „perfekten Teilbarkeit“ von Bitcoin erlaubt dies erstmalig in der Geschichte der Menschheit einen begrenzten aber liquiden Wertspeicher mit darauf aufbauendem Geldsystem ohne Inflation.

Autor Jörg Hermsdorf ist Blockchain-Experte beim Kölner Beratungsunternehmen Conserve.

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