Jörg Hermsdorf, Experte für Blockchain-Technologie und Kryptowährungen beim Beratungsunternehmen Conserve. Foto: Conserve

Blockchain-Experte Jörg Hermsdorf

Was kommt nach dem Blockchain-Hype?

Die Bundesregierung beschäftigt sich aktuell – nach dem weltweiten Hype seit 2017 – intensiver mit der Zukunftstechnologie Blockchain und möglichen Anwendungsgebieten. Im Jahresgutachten „Forschung und Innovation 2019“ der Bundesregierung ist ein Kapitel der Blockchain-Technologie gewidmet. Via Online-Konsultation interessiert sie sich zudem für die Meinungen, Erfahrungen und das Feedback von (Wirtschafts-) Experten zu diesem Thema. Wir begrüßen das, doch wird der Begriff Blockchain mittlerweile leider sehr inflationär und großzügig gebraucht - ebenso wie die Bezeichnungen Industrie 4.0, Internet 2.0 oder Digitalisierung.

Die Industrie entwickelt auf Basis der seit über 20 Jahren existierenden Internet-Technologie weltweit über alle Wirtschaftsbereiche hinweg nun Blockchain-Anwendungen. In vielen Blockchain-Projekten werden die ursprünglichen und einzigartigen Eigenschaften der eigentlichen Technologie derart verändert, dass es sich bei diesen vielmehr um offene Daten-Schnittstellen handelt. Somit ist es eher eine technologische Evolution - also eine Standardisierung von Datenaustausch-Schnittstellen und -Formaten - und keine technologische Revolution wie der Start des Bitcoin im Jahr 2009. Momentan befinden sich dabei zudem fast alle Projekte der verschiedensten Wirtschaftsbereiche in Pilotphasen.

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