Blockchain-Expertin Katharina Gehra bei „She Speaks Finance“ „Wir reden über eine maßgeblich höhere Sicherheit“
Und weil wir alle die Information an unterschiedlichen Orten dezentral speichern, müsste man uns alle gleichzeitig hacken – in diesem kleinen Fenster, in dem man die Möglichkeit hat, eben überhaupt einen neuen Block zu schreiben.
Was genau ist ein Token?
Katharina: Token ist vereinfacht gesprochen eine kleine Anwendung, ähnlich wie eine App auf dem Smartphone. Und für viele Endnutzer wird er auch genau das sein: eine weitere App auf dem Smartphone.
Währungsschwankungen in vielen Ländern normal
Als Beispiel könnten wir uns Uniswap angucken. Ich könnte mich entweder bei der Börse Stuttgart anmelden und einen Login machen und dann mit der Bison App traden. Oder ich könnte direkt an der Uniswap Börse dezentral ohne intermediäre Börse traden. So könnten dann Barbara und ich Bitcoin gegen ISA traden. Und das alles wäre einfach eine App, wo ich sage ich will drei verkaufen zum Preis von 1000 und du sagst, das passt, ich möchte gerne fünf kaufen, also kaufe ich mir mal die drei dazu. Das heißt, es ist einfach nur ein Softwareprogramm, eine kleine Anwendung, die es uns ermöglicht, dass unterschiedliche Menschen miteinander Geschäfte machen können auf Basis der Blockchain.
Gibt es noch mehr Beispiele, wo uns das im Alltag vielleicht schon mal begegnet ist und wo es vielleicht auch künftig noch eine große Rolle spielen wird?
Katharina: Ganz, ganz, ganz viele. Ich glaube, dazu muss man noch mal verstehen, dass von den knapp 8 Milliarden Menschen auf dieser Welt ungefähr die Hälfte oder ein bisschen mehr in eine Fiat-Währung, also in eine nationale Währung reingeboren wurde, die nach unseren Investment-Kriterien als nicht stabil gilt. Im europäischen Kontext kennen die Menschen dieses Gefühl der Unsicherheit mit den Währungen gar nicht, weil es einen vermeintlichen Normalzustand gibt.
Ich finde es ganz interessant mit der Inflation, die wir gerade erleben. Zum ersten Mal merken wir auch hier ein bisschen, wie das ist, wenn der Normalzustand sich auf einmal verändert und wir das Gefühl haben, unsere Kaufkraft lässt nach. Aber wenn du in Argentinien oder in der Türkei oder irgendwo in Afrika geboren wurdest, dann ist es ganz normal, dass deine Währung 20, 30 Prozent abwertet. Das heißt, du verlierst ein Drittel deines gesamten Vermögens über Nacht. In Argentinien sind die Menschen seit 2001 schon viermal komplett enteignet worden durch Entwertung. Das heißt, die Notwendigkeit, eine Alternative zu der staatlich vorgegebenen Prämisse zu haben, das ist etwas, das darf man nicht zu eurozentristisch betrachten.