Blockchain-Leitmesse Blockchance 2023: Das Metaverse ist tot? Unsinn!

Erol User,Christian Lammers, Lara-Louissa Genz, Boris Petrovic und Kumardev Chatterjee (v.l.) bei einer Paneldiskussion bei der Blockchance 2023
Erol User, Christian Lammers, Lara-Louissa Genz, Boris Petrovic, Kumardev Chatterjee (v. l.) bei einer Paneldiskussion bei der Blockchance 2023: „Die Zielgruppe der Metaverse-Nutzer:innen liegt zwischen 12 und 28 Jahren.“
© Barbara Bocks

Ist das Metaverse wirklich tot?

Nein, auf gar keinen Fall. Da sind sich alle Expert:innen einig.

Woher dieser Eindruck stammt?

Viele Unternehmen haben Angst, etwas zu verpassen, die klassische Fomo (Fear of missing out)“, sagt Lara-Louissa Ganz, Business Lead des Deloitte Metaverse Lab.

Gerade am Anfang wenn sie dann in den Bereich eintreten, und keine schnellen Erfolge erzielen, denken sie, dass das Metaverse tot ist, so die Expertin.

„Aber das ist Unsinn. Es ist gerade eine sehr gute Zeit, um sich dort umzuschauen und Projekte umzusetzen.  Und auch Fehler gehören dazu. Am Ende wollen Nutzer:innen auch gar nicht so viele Mini-Metaverses, wie es sie heute gibt, sondern ein großes, in dem sie einfach navigieren können.“

 

„Manche Leute bezahlen weiterhin Millionenbeträge, um Teil der Bored Ape Yacht Clubs-Community Otherside zu sein. Das würden sie nicht tun, wenn das Metaverse tot wäre“, fügt Christian Lammers, Head of Digital Business & Company Building bei Nexum AG, hinzu.

Die Frage ist aus seiner Sicht: „Was können Unternehmen tun, damit Menschen auch bereit sind, für ihre Anwendung, ihr Metaverse zu zahlen, um dabei zu sein?“

Wofür stehen die Begriffe Web3 und Metaverse in einfachen Worten?

Jasvin Bhasin, Gründerin und CEO von von Bridge.the.NEXT( ) bei ihrem VOrtrag bei der BLOCKCHANCE 2023
Jasvin Bhasin © Barbara Bocks

 „Das Web3 ist eine neue Art des Internets, bei der viele Nutzer:innen ihre Ideen einbringen können. Es geht hier nicht nur um schöne bunte Bilder und lustige Memes, sondern um eine kulturelle Bewegung", erklärt Jasvin Bhasin, Gründerin und CEO von Bridge the next. Hier entsteht aus Sicht der Expertin ein weltweiter dezentraler Raum für alle Interessierten, die sich einbringen wollen.

 

„Es gibt nicht länger nur das EINE Silicon Valley in der Welt."

Das Metaverse ist eine Web-3-Plattform", erklärt Lammers. Im Moment ist das aktuelle Metaverse nur die Spitze des Eisbergs.

Das Metaverse, das wir gerade sehen, ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt dessen, was möglich ist. Es ist eine neue Art des Internets, die weit über Virtual-Reality und Augmented-Reality hinausgeht und damit die Zukunft des Arbeitens und des Internets."

 

Wie schnell wird sich das Metaverse weiterentwickeln und wann sind wir alle drin?

„Die Verbreitung des Metaverse wird schneller gehen als die des Internets, da zu Beginn des Internets noch eine Infrastruktur aufgebaut werden musste. Die Infrastruktur für das Metaverse steht schon. Um das Internet zu nutzen, musste man früher in Internetcafés gehen“, sagt Kumardev Chatterjee, Tech Innovator, Gründer und Industry Leader.

Generative AI ist ein großer Enabler für das Metaverse. Wenn man kein Entwickler:in sein muss, um im Metaverse Inhalte wie eine Webseite zu erstellen, wird das die Massenakzeptanz fördern. Und allein die Nutzer:innen werden bestimmen, was Bestand haben wird“, sagt Boris Petrovic, Gründer des Nikola-Tesla-Instituts.

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Lammers ist überzeugt davon, dass Erfolg und Misserfolg der Technik auch davon abhängen, ob wir damit Probleme lösen können, für die es bislang noch keine Lösung gibt. „Es bringt nichts, wenn wir nur sagen, wir haben diese Technik jetzt und wollen irgendetwas damit machen.“

Wer wird das Metaverse prägen?

„Benutzer:innen sind entscheidend und werden das Metaverse prägen.

Die Zielgruppe im Metaverse sind Personen zwischen 12 bis 28 Jahren. Für sie spielt es keine Rolle, ob sie ihre Freunde virtuell oder im realen Leben treffen.“

Das sagt Kumardev Chatterjee, Tech Innovator, Gründer und Industry Leader.

„In dezentralen Anwendungen gibt es bereits jetzt große Communities, die die gleichen Interessen teilen. Unternehmen werden folgen und versuchen, diese zu monetarisieren. Vor zehn Jahren war auch Social Media noch nicht auf dem Radar, heute ist dieser Bereich selbstverständlicher Teil jedes Marketing-Mixes. Nicht alles ist besser im Metaverse. Benutzer:innen müssen entscheiden, ob die Anwendungen für sie einen Wert haben“, erklärt Ganz.

 

Eine Auswahl an spannenden Projekten und Anwendungen im Metaverse

Metaverse-Experte Christian Lammers hat in seinem Vortrag Einblicke in ein paar spannende Projekte gegeben:

  • Die amerikanische Kaffeeröstereikette Starbucks hatte immer schon ein Kundenloyalitätsprogramm, mit dem Kund:innen den zehnten Kaffee umsonst bekamen. Diese Stempelkarte gibt es jetzt auch digital. Für die Anwendung musst du nichts von Krypto verstehen und kannst auch weiterhin mit gewöhnlichen Währungen zahlen.
  •       Die italienische Edelmarke Gucci ist im Metaverse Roblox unterwegs. Für alle, die eher nicht in die exklusiven Geschäfte vor Ort unterwegs sein wollen, können zumindest ihre Avatare mit Gucci-Klamotten ausstatten.
  • Der deutsche Autobauer BMW nutzt das Metaverse auf eine ganz spezielle Art. Das Unternehmen hat eine neue Fabrik zuerst virtuell geplant und getestet und Fehler ausgemerzt, bevor sie wirklich gebaut wurde. Dadurch spart der Konzern viel Geld.
  • Generative AI wird die Zukunft gestalten, in der Schule lernen die Kinder aktuell noch aus Büchern, im Metaverse könnte man das interaktiver gestalten.
 

Was sind die Gefahren und typische Befürchtungen bei Metaverse, AI und Web3?

Das sagen die Blockchain-Expert:innen dazu:

  •      In fünf bis zehn Jahren könnte das Metaversum von einigen wenigen Unternehmen kontrolliert werden.
  •      In zehn Jahren wird die Teilnahme am Metaversum keine Wahl mehr für Unternehmen sein, sondern Standard.
  •      Das Web3 hat zwar die besten Authentifizierungsprozesse, aber Web3 und AI haben ein Vertrauensproblem. Problem: Das Potenzial der Technik wird nicht ausgeschöpft.
  •      Artificial Intelligence ist kein neues Thema. Es ist schon seit den 1980er Jahren aktuell. Durch Chabots wie ChatGPT ist es nur mehr im Mainstream angekommen. Und erstmals wird vielen bewusst: Auch Wissensarbeit kann ersetzt werden. 

 

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