Bloomberg Riskless Return Ranking

83-jähriger Fondsmanager erreicht Rang 1 nach 45 Jahren

Der 83-jährige Albert Nicholas hat für seinen 2,7 Milliarden Dollar schweren Nicholas Fund genügend Gewinner-Aktien ausgewählt, um Investoren auf Basis der letzten drei Jahre den besten risikobereinigten Ertrag unter jenen Fonds zu bescheren, die Titel von großen Wachstumsunternehmen kaufen. Das geht aus dem neuen Bloomberg Riskless Return Ranking hervor. Verglichen wurden 82 Fonds mit einem Kapital von mindestens 1 Milliarden Dollar.

Der risikogewichtete Ertrag, der nicht annualisiert ist, wird berechnet, indem der Gesamtertrag durch die Volatilität - oder die täglichen Kursschwankungen der Anteile - geteilt wird. Eine höhere Volatilität legt dabei den Schluss nahe, dass es in kürzerer Zeit zu stärkeren Schwankungen kommen kann. Das erhöht das Risiko von Verlusten.

Nicholas Fund kommt im Ranking auf einen risikobereinigten Ertrag von 3,3 Prozent in den drei Jahren, die am 12. Mai zu Ende gingen. Der Fonds erzielte den höchsten absoluten Ertrag bei unterdurchschnittlicher Volatilität.

Der Fondsmanager verfolgt eine Investment-Strategie, die er vor rund vier Jahrzehnten entwickelt hat. Damals zwang seine Abhängigkeit von Aktien schnell wachsender Unternehmen den Fonds in die Knie, als der US-Aktienmarkt nahezu die Hälfe seines Wertes über einen Zeitraum von 21 Monaten zwischen 1973 und 1974 einbüßte. Seine Herangehensweise bei der Auswahl von Titeln beinhaltet einen Fokus auf Risikomanagement und das Bezahlen gerechtfertigter Preise - für Unternehmen, die einem Abschwung am Markt standhalten können.

“Wir suchen noch immer nach Wachstum. Aber unsere erste Regel lautet: Versuche, Verluste zu vermeiden”, sagt Nicholas in einem Interview mit Bloomberg News.

Nicholas führt den Fonds bereits seit Juli 1969. Unter US-Investmentfonds gibt es nur zwei andere Manager, die derzeit das Steuer schon länger in der Hand halten. Das belegen Daten von Morningstar in Chicago.

Seit Auflegung hat der Fonds von Nicholas pro Jahr einen Ertrag von 11 Prozent erzielt - verglichen mit 10 Prozent beim US-Leitindex Standard & Poor’s 500. Berücksichtigt sind bei der Berechnung reinvestierte Dividenden.

Wer beim Start des Fonds einst 10.000 Dollar investierte, der konnte sich mit Stand vom 31. März 2014 über eine Summe von rund 1,2 Millionen Dollar freuen, belegen Firmendaten. Ein Investment in gleicher Höhe beim Standard & Poor’s hätte über den Zeitraum 763.000 Dollar hervorgebracht.

So wie Warren Buffett auch vermeidet Nicholas meist den Kauf von Technologieaktien, weil sie schwerer zu verstehen sind. Das drückte die Performance des Fonds Ende der 1990er Jahre. Als die Tech-Blase in den Jahren 2000 und 2001 platzte, entschied der Manager, dass die Aktien nun so billig seien, dass er sie kaufen müsse. Damit hatte er seine eigenen Regeln gebrochen, was sich als falsche Entscheidung entpuppte, weil die Titel in der Folge noch weiter fielen. “Wir haben Mist gebaut”, sagt er.

Zu den Aktien, die in den Folgejahren das Comeback des Fonds angetrieben haben, zählen die Titel von Affiliated Managers Group (AMG). Die Firma, deren Aktien Ende Dezember 2013 die zweitgrößte Position des Fonds darstellten, kauft kleinere Vermögensverwalter. In den vergangenen drei Jahren verteuerte sich die Aktie um rund 86 Prozent.

Das größte Investment des Fonds ist Valeant Pharmaceuticals International. Der Kurs des Pharmaunternehmens hatte sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt, während die Firma aus Kanada Konkurrenten aufkaufte. Vergangenen Monat bot Valeant insgesamt 45,7 Milliarden Dollar in bar und Aktien für den Wettbewerber Allergan. Der Hersteller von Botox wies die Offerte allerdings zurück.

Nicholas, der einst Basketball spielte, ist inzwischen in seiner Freizeit auf Golf umgestiegen.

“Ich liebe es, mich dem Wettbewerb zu stellen”, sagt er. “Das ist das Beste an diesem Geschäft -- herauszufinden, ob wir die anderen Jungs schlagen können.

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