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Ökonomen sind sich nicht einig über die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland (Foto:Getty Images)

Ökonomen sind sich nicht einig über die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland (Foto:Getty Images)

Bloomberg-Umfrage

Ökonomen sehen kein rasches Ende griechischer Kapitalkontrollen

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Die Griechen sollten sich an die Beschränkungen in ihrem Zahlungsverkehr gewöhnen. So lautet die Einschätzung von 81 Prozent der Ökonomen aus einer Bloomberg- Umfrage zum Thema. Die Volkswirte erwarten, dass die Kapitalverkehrskontrollen, mindestens bis ins zweite Halbjahr 2016 bestehen bleiben werden. Insgesamt 16 Ökonomen wurden zwischen dem 9. und 16. Oktober befragt. Die Kontrollen waren im Juni eingeführt worden, um Abhebungen an Geldautomaten und Überweisungen ins Ausland zu begrenzen. Die Regierung in Athen und Bankenvertreter hatten argumentiert, dass die Kapitalverkehrskontrollen Anfang 2016 aufgehoben werden können, nach der Rekapitalisierung der griechischen Banken. „Sie sind zu optimistisch“, urteilte Achilleas Chrysostomou, Ökonom bei Standard Chartered Bank in London, „ich denke, dass die europäischen Partner, die Gläubiger, mehr Beweise für die Umsetzung des Programms sehen wollen, bevor sie ein gutes Gefühl dabei haben, die Kapitalverkehrskontrollen aufzuheben.“ Die Europäische Zentralbank wird die Ergebnisse einer Überprüfung der griechischen Banken zum Ende des Monats vorlegen. Dabei könnte eine Kapitallücke von 18 Milliarden Euro offengelegt werden, wobei der größte Teil des Fehlbetrags vom staatlichen griechischen Finanzstabilitätsfonds abgedeckt wird, lauteten die Umfrageergebnisse. Rekapitalisierungsbedarf bis Ende des Jahres Ministerpräsident Alexis Tsipras hat zuletzt erneut bekräftigt, dass der Rekapitalisierungsbedarf bis Ende des Jahres abgeschlossen sein muss, bevor neue Vorschriften in Kraft treten. Dabei würden Einlagenkunden erst in Anspruch genommen werden, bevor Gelder aus dem Euroraum-Rettungsfonds genutzt werden. Die Kapitalverkehrskontrollen werden wohl zur Folge haben, dass das Bruttoinlandsprodukt 2015 um ein Prozent schrumpfen wird, prognostizierten Ökonomen in einer separaten Bloomberg- Umfrage.
Während das eine stärkere Kontraktion als die im Juli prognostizierten 0,7 Prozent bedeutet, spiegelt sie dennoch die überraschende Widerstandsfähigkeit im zweiten Quartal wider, als das griechische BIP um 0,9 Prozent stieg. Die Hilfsvereinbarung für Griechenland, die im August unterzeichnet wurde, ging davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,3 Prozent schrumpfen würde. „Die doppelten Defizite bei Regierungshaushalt und Zahlungsbilanz sind gelöst worden“, sagte Nicholas Magginas, Ökonom bei National Bank of Greece in Athen und einer von drei Volkswirten in der Umfrage, die mit einer Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen im ersten Halbjahr 2016 rechnen: „Es besteht keine Notwendigkeit für eine längere Anpassungsphase bei den Kapitalverkehrskontrollen.“

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