Bloß kein Risiko

Deutsche bleiben beim Sparkonto

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Obwohl die Deutschen durchaus wissen, dass ihr Vermögen auf dem Sparkonto schlecht angelegt ist, suchen sie sich keine Spar-Alternativen. Das zeigt das Income-Barometer von J.P. Morgan. Der Fondsverwalter hat für die Studie 1.982 Deutsche befragt, und zwar zu aktuellen Investments und Anforderungen an eine gute Geldanlage sowie Einstellungen zu Zinsen und regelmäßigen Erträgen („Income“).

Das Bild, das sich ergab, ist ernüchternd: 52,4 Prozent der Befragten meinen, dass die Zinsen dauerhaft im Keller bleiben. Dennoch setzen viele auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten: Unabhängig von der Zinshöhe bleibt diese Anlageform für jeden fünften Deutschen der Liebling unter den Anlagemöglichkeiten. Der Grund: Viele deutsche Anleger (60,9 Prozent) wünschen sich in erster Linie Sicherheit – und nehmen dafür den realen Vermögensverlust in Kauf.

Immerhin 8,6 Prozent der Befragten wollen weg vom Sparkonto und machen sich auf die Suche nach gewinnbringenden Anlageformen. 15 Prozent investieren bereits in Aktien, Investmentfonds, Anleihen oder Zertifikate.

Doch manch ein Anleger fasst diese ertragreichen Sparformen gar nicht erst ins Auge, da er den niedrigen Zinsen entgeht, indem er schlichtweg weniger spart und mehr konsumiert. So gaben 34,6 Prozent an, ihr Geld jetzt lieber auszugeben, als es anzulegen.

Frauen haben den längeren Atem

Des Weiteren zeigt die Umfrage, dass ausschüttende Fonds derzeit etwas beliebter sind als thesaurierende. Während 4,2 Prozent der Befragten ausschüttende Fonds halten, besitzen 3,7 Prozent thesaurierende.

Wenn es um die grundsätzliche Bewertung von Ausschüttungen geht, spricht sich der Großteil der Befragten gegen Ausschüttungen und für Anlagen mit Zinsen und Zinseszinszinsen aus. 61 Prozent befürworten diese, wohingegen 31 Prozent regelmäßige Ausschüttungen für wünschenswert halten.



Es zeigen sich außerdem geschlechterspezifische Präferenzen: Männer sind eher für regelmäßige Ausschüttungen zu haben als Frauen (39,2 beziehungsweise 33,2 Prozent). Die weiblichen Befragten sprechen sich dagegen stärker für längerfristige Anlagen mit Zinsen und Zinseszinsen aus als die Männer (63,8 beziehungsweise 59,5 Prozent).

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