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Rentenpolitik in Deutschland
Altersvorsorge: Wie die Riester-Rente wieder für Neugeschäft sorgen soll
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Rentenpolitik in Deutschland Altersvorsorge: Wie die Riester-Rente wieder für Neugeschäft sorgen soll

Walter Riester im Februar 2019
Walter Riester im Februar 2019: Der Namensgeber der Riester-Rente blickt kritisch auf den Reformvorschlag der Politik, die bislang vorgeschriebene Bruttobeitragsgarantie der Produkte zu streichen. | Foto: Imago Images / Future Image
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Die Gesamtzahl bestehender Riester-Renten in Deutschland ist weiter gesunken: Zum Ende des dritten Quartals vorigen Jahres waren es insgesamt 15.589.000 Verträge. Das geht aus Daten hervor, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in der vorigen Woche veröffentlicht hat. Der um stornierte Verträge bereinigte Bestand enthält keine ruhenden Kontrakte, deren Anteil das BMAS auf etwa ein Fünftel bis knapp ein Viertel geschätzt. 

Versicherungen verlieren Anteile 

Seit dem Start der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge dominieren Versicherungsverträge unter den möglichen Riester-Spielarten. Doch von den anfangs 90 Prozent im Jahr 2002 sank ihr Marktanteil auf jetzt 66 Prozent. Denn mit der Zeit wurden Fondssparpläne immer wichtiger, deren Anteil in der gleichen Zeit von 5 auf 20 Prozent gestiegen ist. Im Jahr 2008 kam die auch Wohn-Riester genannte Eigenheimrente als vierte Option hinzu. 

Riester-Vertragsbestand rückläufig 

Die Gesamtzahl aller Riester-Renten war bis zum Jahr 2016 stetig gestiegen. Doch seitdem ist sie rückläufig und zum Ende des dritten Quartals 2022 erstmals seit 2013 unter die Grenze von 16 Millionen gesunken. Am stärksten stärksten verringert hat sich in den ersten drei Quartalen vorigen Jahres die Zahl der Versicherungen mit einem Minus von 213.000 Verträgen. Doch in relativen Zahlen fällt der Rückgang bei den Banksparplänen und Eigenheimrenten noch stärker aus. 

 

Anbieter stellen Neugeschäft ein 

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Der anhaltende Bedeutungsverlust der Riester-Rente und das von vielen Anbietern eingestellte Neugeschäft führte zu einer politischen Debatte über Reformideen für die Vorsorgeprodukte. Die Mitte vorigen Jahres veröffentlichte Vorschlagsliste der Fokusgruppe private Altersvorsorge enthält insbesondere die Abschaffung der bislang vorgeschriebenen Pflichten zur Bruttobeitragsgarantie und zur überwiegenden Verrentung des angesparten Kapitals

Walter Riester für Beitragsgarantie 

Diese Ideen unterstützt der ehemalige Sozialminister Walter Riester, nach dem die Produktkategorie benannt ist, nur teilweise: „Eine Absenkung der Beitragsgarantie, um dann mehr in Aktien investieren zu können, halte ich für komplett falsch“, sagt Riester in einem aktuellen Interview mit der Zeitschrift Procontra. „Die eingezahlten Beiträge 100-prozentig zu garantieren, zu denen ja auch die Zulagen aus Steuermitteln zählen, ist das absolut Mindeste, was man von einem Anbieter erwarten kann.“ 

Fondssparpläne als Vorbild 

Der SPD-Politiker hält die lebenslangen Rentenzahlungen hingegen für nicht ganz so entscheidend: „Daran könnte man schon drehen – zum Beispiel, indem man einen Riester-Fondssparplan macht und dann zum Ende der Einzahlungsphase einen individuellen Auszahlungsplan bis zum Alter von 75 oder auch 85 festlegt.“ Die Lebensversicherer müssten sich in diesem Punkt an Fondssparplänen messen lassen, bei denen das bereits möglich ist. 

Riestern sollte Pflicht sein 

Besonders wichtig ist ihm eine Pflicht, zusätzlich privat vorzusorgen. „So auch meine Forderung 1999. Hätte es dafür eine Mehrheit gegeben, bestünden heute deutlich über 50 Millionen geförderte Sparverträge.“ In der aktuellen politischen Lage bestünden jedoch nur geringe Chancen, dass die Riester-Rente in Zukunft obligatorisch wird. Denn: „25 Jahre des An-die-Wand-Klatschens und öffentlicher Streit über zu hohe Vertriebskosten“, hätten den Ruf der Produkte ramponiert. Als „Tiefpunkt für das Image der Riester-Rente“ nennt er die Einstellung des Neugeschäfts vieler Anbieter.  

 

Hintergrund der in den vorigen Jahren massenhaft vom Markt genommenen Riester-Angebote war der 2022 von 0,9 auf 0,25 Prozent gesunkene Höchstrechnungszins. Dieser Satz soll Anfang kommenden Jahres zwar auf 1,0 Prozent steigen, sodass Versicherer wieder kostendeckend den vorgeschriebenen Beitragserhalt garantieren können. Doch allein deshalb werde die Riester-Rente kein baldiges „Comeback im Neugeschäft“ erleben, erwartet ihr Namensgeber. „Man kann jetzt nicht einfach den Schalter umlegen und das Produkt wieder verkaufen.“ 

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