BMF will Abgeltungssteuer nicht vorverlegen

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat Gerüchte dementiert, dass die Übergangsregelung zur Abgeltungssteuer für Investmentfonds verkürzt werden soll. „Wir sind momentan nicht mit konkreten Änderungen beschäftigt“, sagt BMF-Sprecher Oliver Heyder-Rentsch auf Anfrage von DAS INVESTMENT.com.

Auch der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) weist die Gerüchte zurück: „Uns sind keine Informationen bekannt, dass der Gesetzgeber an der Übergangsregelung für Privatanleger etwas verändern möchte", erklärt der Verband der deutschen Fondsbranche.

Die Abgeltungssteuer ist seit dem 6. Juli 2007 beschlossene Sache. Damals hatte der Bundesrat dem Unternehmensteuergesetz zugestimmt, das die Einführung der Abgeltungssteuer vorsieht. Nach der derzeitigen Gesetzeslage müssen Anleger ab dem 1. Januar 2009 Kapitalerträge inklusive Kursgewinne pauschal mit 25 Prozent versteuern – unabhängig davon, wie lange die Wertpapiere im Depot lagen. Für Investmentfonds gilt, dass bei bis zum 31. Dezember 2008 gekauften Fonds nach einer Haltedauer von einem Jahr der Veräußerungsgewinn steuerfrei bleibt.

In den vergangenen Tagen waren Gerüchte laut geworden, dass das BMF diesen Übergangsstichtag vorziehen will. „Im Gespräch sollen angeblich ein Termin Anfang November 2007 beziehungsweise jetzt sogar ein Termin Ende Oktober 2007 sein“, sagt Vermögensverwalter Thomas Grüner von Grüner Fisher Investments. Er beruft sich dabei auf „gewöhnlicherweise gut informierte Kreise“.

Die Spekulationen um eine frühere Einführung der Steuer zeigen Wirkung: Noch in der vergangenen Woche plante die Deutsche Bank einen Fonds mit Derivatestruktur, wie es sie bislang nur im Zertifikat gab. Denn wer heute in ein Zertifikat investiert und es nach dem 30. Juni 2009 wieder verkauft, muss die Erträge pauschal mit 25 Prozent versteuern. Merrill Lynch hat bereits Derivatestrukturen in Fonds verpackt, um den späteren Stichtag zu nutzen. Das entsprechende Produkt der Deutschen Bank sollte Ende Oktober auf den Markt kommen. Nun liegen die Pläne auf Eis.

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