BMI der Branche Wie solide deutsche Lebensversicherer dastehen
Der Frankfurt Münchener empfiehlt der Unternehmensberater „dringende Eigenkapitalmaßnahmen“. Diese erscheinen ihm notwendig, um die Kapitalanlage zu diversifizieren. Kräftig anstrengen müssten sich aber auch 15 weitere der insgesamt 82 untersuchten Anbieter, deren reine Solvenzquoten jeweils unter 100 Prozent liegen. „Wir rechnen bei 20 Prozent der Gesellschaften mit einem weiteren Rückgang der Solvenzquoten um wenigstens 45 Prozentpunkte, womit dann 20 unter Wasser wären“, prognostiziert Zielke.
Und folgert: „2020 wird hart.“ Neben den unverändert niedrigen Zinsen belasten auch die stark schwankenden Aktien- und Anleihekurse sowie das eingeschränkte Neugeschäft in den Corona-Monaten die Assekuranz.
„Fragwürdige Untersuchung“
„Die Solvenzlage deutscher Lebensversicherer ist nachweislich besser, als vom Bund der Versicherten und von Zielke Research Consult dargestellt“, kontert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) den düsteren Ausblick der Studie. Deren „Kernaussagen und die Methodik der Untersuchung sind in wesentlichen Punkten fragwürdig“, führt der Lobbyverband aus.
So lägen die Solvenzquoten weit über dem von der Aufsicht geforderten Niveau. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 waren es demnach im Mittel 387 Prozent beziehungsweise 254 Prozent ohne Übergangsmaßnahmen. „Alle deutschen Lebensversicherer haben eine Quote über 100 Prozent, kein Unternehmen ist also pleite.“
Letzteres zielt auf einen Bericht der „Bild-Zeitung“ ab, die den Inhalt der „Schock-Studie“ unter der reißerischen Überschrift „Jeder 4. Lebensversicherung droht das Aus!“ zusammenfasste. „Wir weisen den Vorwurf handwerklicher Fehler bei unserer Analyse auf das Entschiedenste zurück“, entgegnet Zielke dem GDV.

