Allerdings räumt er ein, die reine Solvenzquote jetzt anders zu berechnen als bisher: „In diesem Jahr haben wir die Methodik verschärft.“ Konkret gehe es dabei um die sogenannten ergänzenden Eigenmittel wie zum Beispiel nicht eingezahltes Grundkapital und Versprechen, Nachrangdarlehen gewährt zu bekommen. Diese Bilanzposten seien bei drei Versicherern von der Summe der Eigenmittel abgezogen worden.

Der Methodenwechsel hatte bei den Betroffenen zur Folge, dass ihre reine Solvenzquote jeweils unter 100 Prozent rutschte. Doch auch wenn ein Versicherer einen zweistelligen Wert verzeichnet: „Vor der Insolvenz stehen sie damit noch lange nicht“, erklärt Reinhard Klages vom Analysehaus Franke und Bornberg. Dennoch sei Vorsicht angebracht: In seinem jüngsten Map-Report berichtet er von einem marktweiten Trend zu rückläufigen Solvenzquoten, die im Corona-Jahr 2020 kaum steigen dürften.

Schwierig bleibt es vor allem für Anbieter, die umfangreiche Altbestände an Verträgen mit Garantiezinsen von bis zu 4 Prozent in den Büchern stehen haben. Die größten Sorgen bereiten also Diejenigen, die ihre Policen in der Vergangenheit am erfolgreichsten verkauften.