Boerse Stuttgart Digital hat als erster deutscher Anbieter von Krypto-Dienstleistungen die EU-weite Lizenz im Rahmen der Markets in Crypto Assets Regulation (Mica) erhalten. Das Tochterunternehmen der Stuttgarter setzt sich damit gegen die Konkurrenz durch und kann nun als einer der ersten Anbieter grenzüberschreitende Kryptodienstleistungen in der EU anbieten.
Der Erhalt der Mica-Lizenz sei „ein bedeutender Meilenstein für die Gruppe“, sagt Matthias Voelkel, Chef der Gruppe Börse Stuttgart. Das Unternehmen will auf dieser Basis sein Digitalgeschäft in Europa weiter ausbauen und insbesondere institutionellen Kunden wie Banken und Vermögensverwaltern Zugang zu Kryptowährungen ermöglichen.
Die Lizenzvergabe an die Kryptoverwahrgesellschaft Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH erfolgte nur wenige Wochen nach Verabschiedung des dafür erforderlichen nationalen Gesetzes.
Die neue EU-Verordnung Mica gilt als Meilenstein für die Harmonisierung der Regulierungsstandards für Kryptowährungen. Sie ersetzt unterschiedliche nationale Regelungen durch einheitliche Vorgaben für die Registrierung und Beaufsichtigung von Anbietern. Bislang mussten Kryptofirmen in jedem EU-Land separate Genehmigungen einholen.
Mehr Rechtssicherheit beim Kryptohandel
Für institutionelle Anleger bedeutet die Lizenzierung mehr Rechtssicherheit beim Handel und der Verwahrung von digitalen Vermögenswerten. Marktbeobachter erwarten, dass die klaren Regeln auch mehr traditionelle Finanzinstitute in den Kryptomarkt locken werden. Die Börse Stuttgart, die bereits seit 2019 eine eigene Kryptohandelsplattform betreibt, baut mit der EU-Lizenz ihre Vorreiterrolle weiter aus.
Allerdings dürfte die Konkurrenz bald nachziehen. Auch andere große Börsenplätze wie die Deutsche Börse arbeiten an einer Mica-Zulassung.

