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Anlegerschutz Börse wirft Wirecard raus

Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München
Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München: Die Aktie der Pleitefirma brachte vielen Anlegern hohe Verluste | Foto: Imago Images / Sven Simon

Ein wichtiges Datum für die Inhaber von Wirecard-Aktien rückt näher: Am 15. November endet die Notierung im regulierten Handel der Börse in Frankfurt. „Für Investoren, die das Papier noch im Depot haben, ist das keine gute Nachricht“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Wer künftig Wirecard-Aktien handeln wolle, werde auf den weitgehend unregulierten Freiverkehr ausweichen müssen. Wie lange das funktioniere, sei jedoch völlig offen. „Betroffene Aktionäre sollten jetzt mehr denn je über einen Verkauf der Aktie nachdenken“, rät der Anlegerschützer.


Der Aktienkurs des einstigen Vorzeigeunternehmens und Dax-Mitglieds, das im Juni 2020 Insolvenz anmeldete, pendelte zuletzt zwischen 15 und 25 Cent. „Da sind jetzt vor allem Spekulanten am Werk, die versuchen, mit Kursbewegungen im Cent-Bereich ihren Schnitt zu machen“, meint Tüngler. Und er warnt: „Sobald das Papier den regulierten Handel verlässt, dürfte der Kursverlauf noch erratischer werden.“ Die Preisfeststellung werde deutlich schwieriger, gleiches gelte für den Verkauf von größeren Aktienpositionen.

Anleger, die den Zahlen und Ankündigungen des Unternehmens sowie den bis zum Geschäftsjahr 2018 testierten Bilanzen geglaubt haben, sitzen auf massiven Verlusten. „Nur denjenigen, die verkaufen, wird ihre Bank den Verlust bescheinigen, der dann automatisch mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet wird“, erläutert Tüngler.


Wie lange ein Verkauf noch problemlos möglich sein wird, ist nach seiner Einschätzung zwar nur schwer zu beurteilen. Klar sei jedoch: „Verluste, die nicht auf einem Verkauf von Wertpapieren beruhen, sondern etwa auf einer Ausbuchung wegen Wertlosigkeit, können seit dem 1. Januar 2020 nur noch eingeschränkt und zwar in Höhe von 20.000 Euro geltend gemacht werden“, warnt der DSW-Hauptgeschäftsführer.

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