Alexander Daniels

Alexander Daniels

Börsen nach Krisen: Aktienmärkte laufen mittelfristig seitwärts

//
Ein Gastbeitrag von Alexander Daniels, Vorstand der Knapp-Voith Vermögensverwaltungs GmbH Hamburg

Japan, Libyen und nun? In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Anleger bei ähnlichen Katastrophen mit panischen Verkäufen aufgrund von Verunsicherung reagiert haben; dieses Muster bestätigte sich auch nach der Japan-Katastrophe: Der Dax stürzte um 1.000 Punkte ab.

Nach solchen unkontrollierten Ausverkäufen kommt es üblicherweise wieder zu einer Erholungsbewegung. Die nachfolgende Grafik zeigt die durchschnittliche Entwicklung der Märkte nach dem Eintritt großer Negativereignisse wie Krieg, Naturkatastrophen, Finanzkrisen usw.

Aktuell bewegen wir uns wahrscheinlich in der Erholungsphase. Sollte dies zutreffen, könnte man davon auszugehen, dass sich die Aktienmärkte in den kommenden Monaten eher seitwärts orientieren.

Diese Entwicklung wäre nachvollziehbar, da sich zum Einen erst in der nächsten Zeit zeigen wird, wie groß die Auswirkungen der Katastrophe auf die Menschen und auch auf die Entwicklung der globalen Konjunktur sein werden.

Zum Anderen wird sich auch erst dann zeigen, welche Konsequenzen die Entwicklungen in Japan und Libyen für einzelne Branchen haben werden. Beispielsweise kann man aktuell die langfristige Bedeutung einer möglichen Wende in der Energiepolitik noch nicht realistisch beurteilen.

Interessante langfristige Ausgangslage

Auch hier werden sich erst wieder klare Tendenzen für einzelne Aktien zeigen, wenn die Unsicherheit über die aktuelle Situation gewichen ist. Momentan gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass die Katastrophe in Japan die Weltwirtschaft nicht nachhaltig negativ beeinflussen wird.

Die Märkte stehen unverändert vor einer interessanten langfristigen Ausgangslage: Die langfristige Wertentwicklung von Aktien war in den letzten zehn Jahren so niedrig wie lediglich zwei Mal zuvor: in den späten dreißiger Jahren sowie um 1980 herum. Beide Male starteten die Aktienmärkte kurz darauf in lange Phasen mit überdurchschnittlichen Kurssteigerungen.

Mehr zum Thema
Emerging-Markets-Anleihen: Die höchsten Zinsen, die besten Fonds BVI-Statistik: Privatanleger flüchten aus Investmentfonds Kreditmärkte: Was heißt eigentlich „risikolos“?