Dennoch fällt Schneiders Ausblick auf den Aktienmarkt durchaus positiv aus. Den Dax sieht er Ende 2020 bei 14.000 Punkten, was einem Plus von mehr als 6 Prozent entspricht (Stand 22. November 2019). Nicht ganz so groß soll der Anstieg des Euro Stoxx 50 ausfallen, die Prognose liegt bei 3,4 Prozent. Diese optimistischen Zahlen sind nicht Konsens. Die Analysten der DZ Bank beispielsweise erwarten nahezu stagnierende Kurse. Während der Dax demzufolge lediglich um 0,3 Prozent auf 13.200 Punkte klettern soll, trauen die Experten dem Eurozonen-Aktienindex ein etwas stärkeres Wachstum von 1,5 Prozent zu.

Und wohin können Börsenbären ihr Geld tragen, um es zu vermehren? Die Kryptowährung Bitcoin beispielsweise, vor zwei Jahren noch der letzte Schrei, hat im Herbst immerhin ein Lebenszeichen gegeben, ihre zweistelligen Gewinne nach schlechten Nachrichten aus der Krypto-Hochburg China aber schnell wieder abgegeben. Wer nicht in die schwer zu durchschauende Welt des kaum regulierten Computergelds eintauchen möchte, kann Gold in Betracht ziehen.

Das einst als Krisenwährung bekannte Edelmetall schlug sich 2019 wacker, mit 23 Prozent Wertsteigerung auf Augenhöhe mit den Aktienmärkten. Gold hat außerdem einen neuen Vorteil: Lange hieß es von Kritikern, der Schmuckrohstoff bringe keine Zinsen. Abgesehen von dem Aufwand für das Aufbewahren kommen damit aber auch keine Strafzinsen hinzu. Und glaubt man den DZ-Bank-Analysten, wird das seltene Element bis Ende 2020 nochmals 9,1 Prozent mehr wert sein als heute. Die Deutschbanker sind gegenüber Gold zurückhaltender, sagen aber auch einen weiteren Preisanstieg von 6,4 Prozent voraus.

Trotz der ungemütlichen Wirtschaftslage raten Experten wie Robert Halver jedoch davon ab, dem Aktienmarkt den Rücken zu kehren: „Selbstverständlich wird es auch künftig schwankende Kurse geben. Aber so lange sich das offensichtlich historische Gesetz wiederholt, dass Aktien jede Delle im Zeitablauf überkompensieren, ist mir auch künftig nicht bange.“ Wenn Anleger Widrigkeiten nicht ändern könnten, sollten sie sich mit diesen arrangieren, so Halver.

Der Baader-Bank-Chefanalyst empfiehlt in der aktuellen Gemengelage regelmäßige Aktiensparpläne. Den viel beschworenen Durchschnittskosten-Effekt (Cost Average), durch den Sparpläne grundsätzlich profitabler sein sollen, gibt es zwar nicht, allerdings senken sie das Risiko, sollte es zu einem Börsen-Crash kommen. Und die Sorge, genau auf dem Höchststand zu kaufen, dürfte derzeit viele beschäftigen, vor allem angesichts einer schwächelnden Konjunktur.