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Börsenblatt Eyb & Wallwitz „Regeln verlieren ihren Wert schnell, wenn Muster sich ändern“

Georg Graf von Wallwitz fragt sich, was Regeln nützen, wenn kein Regelwerk die Situation an den Märkten erfasst.
Georg Graf von Wallwitz fragt sich, was Regeln nützen, wenn kein Regelwerk die Situation an den Märkten erfasst. | Bildquelle: Eyb & Wallwitz
Von  | Gastautor
Aktualisiert am:

Auch das Handwerk des Investierens ist eine regelgeleitete Aktivität. Idealerweise kaufen wir Wertpapiere, wenn sie am günstigsten sind, und verkaufen sie zu Höchstpreisen. Wir legen Regeln für Quoten fest für die Gewichtung von Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe, wir vergeben Risikobudgets und machen regionale Vorgaben. Wir haben Regeln für technische Signale, die uns anzeigen, wann der Markt oder eine einzelne Aktie überkauft oder überverkauft ist. Wir studieren die neueste wissenschaftliche Lektüre, welche uns nahelegt, durch Übergewichtung bestimmter Faktoren den Markt regelmäßig zu schlagen. Wir kennen die Geschichte der Märkte und wissen, wie sie in der Regel reagieren, wenn eine bestimmte Situation gegeben ist. Wir wissen, dass es meistens besser ist, im Stil von Warren Buffett nichts zu tun, wenn die Kurse fallen, als Trost in hektischem Aktionismus zu suchen. So kommen wir, beispielsweise, nach den Regeln der Kunst zu der Erkenntnis, dass die Siemens-Aktie 110 Euro wert ist und das Papier von BASF mindestens 90 Euro. Und wir verlassen uns darauf, dass die anderen Marktteilnehmer nach ähnlichen Regeln bewerten und irgendwann auf ein ähnliches Ergebnis kommen.

Jeder Investor folgt einem System von Regeln, das sich, wenn es funktionieren soll, aus wissenschaftlicher Erkenntnis und langer Erfahrung speist und in einen konsistenten Investmentprozess mündet. Aber was hilft dieses System, wenn mal wieder eine Situation eintritt, die von keiner Regel erfasst wird? So zu tun, als könne das nicht sein und sein Schicksal dem Zufall zu überlassen, ist keine Lösung. Wie im Fußball, wie im wirklichen Leben, muss in solchen Fällen das Regelwerk durch die Intuition eines „Geistes des Marktes“ – oder wie auch immer man es nennen will – ergänzt und aufgefüllt werden. Regeln sind essentiell, um sich überhaupt auf das „Spiel“ an der Börse einzulassen. Wer die Regeln des Spiels nicht kennt, verliert sehr schnell sein Geld und das Vertrauen in sich und das System. Aber Regeln verlieren ihren Wert schnell, wenn Muster sich ändern, Ziele sich verschieben und Voraussetzungen nicht mehr gelten.

Das Spiel verstehen und nicht warten

Der Skeptiker wendet an dieser Stelle ein, die Worte This time it’s different stünden nicht zu Unrecht in dem Ruf, die teuersten an der Wall Street zu sein. Der Witz dabei ist, dass dies richtig ist – aber nur in der Regel. Selten zwar, aber manchmal ändert sich doch etwas. Wer sich entschließt, Regeln neu zu interpretieren, sollte sehr gute Gründe haben und den optimistischen Gleichmut eines oberbayerischen Weideviehs mitbringen.

Was sagt uns das für die Finanzmärkte, hier und heute? Einige der Gewissheiten der letzten Jahre zerbröseln offensichtlich: Die Schwäche der Märkte seit dem Sommer ist davon vielleicht schon Ausdruck. Die Politik ändert sich schon seit einer Weile und kehrt zu einem älteren Satz von Regeln zurück. Die Zinsmärkte normalisieren sich in den USA und die Zentralbanken müssen und wollen ihre Rolle als Rettungsanker der Märkte auf das Nötigste beschränken. Die westlichen Unternehmen müssen ihr Engagement in und mit China überdenken und überhaupt hat die Globalisierungswelle für diese Generation ihren Höhepunkt wohl überschritten.

Die Eurozone muss einen politischen und finanziellen Unterbau bekommen oder an ihren inneren Widersprüchen zerbrechen. Die Digitalisierung wird eine immer größere Rolle spielen, aber die leichten Gewinne, die mit ihr möglich waren, sind wahrscheinlich schon gemacht. Wo sich die neuen Machtzentren herauskristallisieren, welche Technik und wessen Regeln sich durchsetzen werden und wie sich die Märkte darin einrichten, bleibt vorerst unklar. Aber glücklicherweise hat uns das Leben gelehrt, dass es darum geht, das Spiel zu verstehen und nicht zu warten, bis die Regeln restlos geklärt sind. Es reicht, den Überblick zu behalten und den Rahmen der Möglichkeiten auszuschöpfen. Das immerhin ändert sich nie.

Das vollständige Börsenblatt ist unter dem folgenden Link abrufbar.

ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Eyb & Wallwitz. Als Lead-Portfoliomanager verantwortet er die Fonds Phaidros Funds Balanced und Phaidros Funds Schumpeter Aktien. Zu seinen vorherigen Stationen zählen die DWS und die Privatbank Hauck & Aufhäuser. Von Wallwitz hat Mathematik und Philosophie studiert und veröffentlicht regelmäßig Bücher über Finanz- und Wirtschaftsthemen. Mehr über Georg von Wallwitz
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