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Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer (2.v.l.) und Ingo Senftleben (r.), CDU-Spitzenkandidat in Brandenburg, bekommen am Tag nach ihren Landtagswahlen Blumen von Kanzlerin Angela Merkel (2.v.r). CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spendet Beifall. | © Getty Images

Börsenexperte Robert Halver Vergeigen wir unseren Wohlstand?

Es gab Zeiten, da haben die (ehemaligen) Volksparteien in beiden Bundesländern mit absoluter Mehrheit regiert. Zukünftig drohen wackelige Dreierbündnisse.

Offensichtlich findet die Große Berliner Koalition beim Wähler immer weniger Anklang. Sicher, um politisch dicke Bretter zu bohren, mögen große Koalitionen vorübergehend in Kauf zu nehmen sein. Werden sie allerdings zum Dauerzustand, werden die sie tragenden Parteien schwächer.

Tatsächlich leitet Angela Merkel seit Amtsantritt fast nur GroKos. Und die aktuelle ist eine Zwangsehe ohne Lustgewinn. Statt sich harmonisch wie Kaffee mit Milch zu vermischen, steht man sich unvereinbar wie Wasser und Öl gegenüber.

Selbst innerhalb der GroKo-Parteien herrscht Kakophonie. In der Union prallt Neu- auf Alt-CDU. Und während die sozialdemokratische Basis die GroKo lieber heute als morgen verlassen würde, halten viele Mandatsträger an der GroKo fest, weil ihre Ämter nach Neuwahlen schneller futsch sind als der Wellensittich bei geöffnetem Fenster. Die SPD ist so gespalten, dass es zur Neubesetzung des Vorstands sogar einer Casting-Show bedarf: GNTS, Germany’s Next Top Sozis. 

Wenn Politiker (Wirtschafts-)Visionen haben, sind sie nicht krank und müssen zum Augenarzt

So ein Notbündnis ist naturgemäß kaum in der Lage, mehr als nur politische Laubsägearbeiten zu verrichten. Man einigt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und läuft gerne dem gerade herrschenden Zeitgeist hinterher. Dabei gehen die Wähler lieber zum Original. Natürlich müssen Parteien pragmatisch sein. Doch dürfen sie nie als Pralinenschachtel auftreten, in der zwar für jeden etwas dabei ist, es aber am Ende niemandem wirklich schmeckt.

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