Börsengang in Rot

Banco Santander: Vom Sparkassen-Schreck zur Ferrari-Bank

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Dank des Ferrari-Sponsorings der Banco Santander ist der Schriftzug von Spaniens größter Bank jetzt  prominent auf Formel-1-Wagen zu sehen. Das half der weit weniger bekannten Wertpapiersparte des Unternehmens auch, eines der begehrtesten Mandate für Top-Investmentbanken zu ergattern: Fiat Chrysler Automobiles wählte Santander als eine von drei Konsortialbanken aus, die den Börsengang von Ferrari begleiten sollen - einem Autobauer, der mit mehr als 11 Milliarden Dollar bewertet wird.

Santander konnte sich gegen Wall-Street-Riesen wie JPMorgan Chase & Co. und Morgan Stanley durchsetzen, wie Bloomberg aus informierten Kreisen erfuhr. Die Spanier werden jetzt neben der UBS und der Bank of America am Börsengang von Ferrari mitarbeiten. Die Aktien von Ferrari sollen später in diesem Jahr an der Börse New York in den Handel aufgenommen werden.

„Wären wir kein langjähriger Partner gewesen, hätten wir dieses Mandat nie erhalten“, sagt Georg Orssich, Santanders weltweiter Leiter für Unternehmensgeschäft und Investmentbanking. „Das ist ein Geschäft mit einem ungewöhnlichen Ausmaß von Aufmerksamkeit. Die Beziehung ist sehr eng.“

Santander steigt in neue Liga auf

Santander und Ferrari hatten sich vor sechs Jahren im italienischen Monza darauf verständigt, dass der Schriftzug von Santander auf Rennwagen zu sehen ist.
Die Partnerschaft, deren finanzielle Bedingungen nicht bekannt sind, zahlt sich für die Santander nun aus - in einem Umfeld, in dem die spanische Bank von Investmentbanken sonst in den Schatten gestellt wird.

Mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre ist Santander in der Rangliste für die Begleitung weltweiter Aktienemissionen lediglich auf dem 28. Platz zu finden. Wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht, halfen die Spanier in dem Beobachtungszeitraum bei insgesamt 128 Aktienplatzierungen, die zusammen ein Volumen von 31 Milliarden Dollar erreichten.

Zum Vergleich: UBS war in dem Zeitraum bei mehr als 2100 Aktienemissionen für 387 Milliarden Dollar beteiligt, während Bank of America es auf rund 1800 Transaktionen mit einem Umfang von 287 Milliarden Dollar brachte. Zwar ist Santander bei Deals im Heimatland gut vertreten, doch ein bedeutendes Mandat außerhalb von Spanien, Portugal, Brasilien und Großbritannien zu bekommen, bleibt Kreisen zufolge eine Herausforderung für die Bank.

Ferrari-Sponsoring bis 2017

Santander war einer der Bookrunner bei dem 3,9 Milliarden Euro schweren Börsengang von Aena im Januar und bei der 4,1 Milliarden Euro schweren Aktienplatzierung von Iberdrola Renovables im Jahr 2007, zeigen Bloomberg-Daten. „Was wir auch mitbringen, ist die Möglichkeit, die Ferrari-Papiere dort platzieren können, wo andere vielleicht keinen Zugang haben - hauptsächlich Lateinamerika, Europa und meiner Meinung nach auch der Nahe Osten“, erklärt Orssich in dem Gespräch weiter. Ein Sprecher von Ferrari wollte keinen Kommentar abgeben. Fest steht: Santander hatte 2012 das Sponsoring von Ferrari bis zum Jahr 2017 verlängert.

„Ich würde davon ausgehen, dass es gar keine Frage war, dass Santander eine Rolle bei dem IPO (initial public offering – Börsengang, die Red.) spielt“, sagt Ricardo Wehrhahn, ein Managing Partner bei Intral Strategy Execution, einem Beratungsunternehmen mit Sitz in Madrid. „Die Beziehung, die sie haben, ist sehr tief.“

Auch rot: Die Sparkasse

Ob das nicht auch etwas für die deutschen Sparkassen wäre? In Deutschland liegen sie aktuell im Streit mit der Santander Bank. Man will sich gegenseitig das Rot abspenstig machen. Es geht um den rechtlichen Schutz der Farbnuance „HKS 13“, der den hiesigen Instituten eben gerichtlich aberkannt wurde.

DAS INVESTMENT meint: Die Sparkassen sollten den Zwist mit der spanischen Bank unter diesen Umständen gütlich beilegen, es wie Santander halten und in ihrer Werbung auf den neuen Zug, pardon Rennwagen aufspringen. Die Farbe stimmt schon mal.

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