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Börsengewitter Europäische Aktien fallen auf den niedrigsten Stand seit 2013

Nervosität an den Aktienmärkten. Foto: Getty Images
Nervosität an den Aktienmärkten. Foto: Getty Images
Die europäischen Aktienindizes haben am Dienstag ihre Verluste weiter ausgebaut. Sorgen um die Kreditmärkte übertrugen sich auf die Aktienmärkte; nach Meinung von Strategen der Deutschen Bank würde eine Ausweitung der Kreditspreads um weitere 200 Basispunkte auf ein Abwärtspotenzial für Aktien von weiteren acht Prozent hindeuten, wovon Banken am stärksten betroffen wären.

Der Stoxx Europe 600 Index gab zwischenzeitlich bis zu 2,6 Prozent nach und geriet damit in den so genannten „überverkauften" Bereich. Ein Index für Kursschwankungen in Europa erreichte seinen höchsten Stand seit drei Wochen und hat seit Jahresbeginn 63 Prozent zugelegt.

„Die Volatilität wird sehr hoch", sagte Guillermo Hernandez Sampere von MPPM EK in Eppstein. „Die Investoren müssen ihre Barbestände erhöhen und sorgfältig auf Kaufgelegenheiten achten. Eine technische Rally kann sich sehr schnell wieder in einen Verkauf umkehren. So schnell werden wir keine ruhigeren Gewässer sehen."

Zuletzt notierte der Stoxx 600 1,6 Prozent niedriger bei 309,39 Punkten, seinem tiefsten Stand seit Oktober 2013. Der Euro Stoxx 50 fiel 1,8 Prozent zurück auf 2736,50 Zähler. Der Dax war mit 8879,40 Punkten 1,1 Prozent leichter. Der SMI verlor 2,3 Prozent auf 7583,27 Zähler und der Luxemburger LuxX gab 1,4 Prozent auf 1227,75 Punkte nach.

Banken zählten europaweit zu den Sektoren mit besonders hohen Verlusten.
Die griechische Eurobank Ergasias sackte 12,1 Prozent ab. Titel von Credit Suisse verloren 8,4 Prozent, UBS gaben 5,6 Prozent ab. Aktien der Commerzbank zählten mit 4,4 Prozent Kursminus zu den stärksten Verlierern im Dax. Anteile der Deutschen Bank legten im frühen Handel bis zu 5,4 Prozent zu, notierten zuletzt aber 4,3 Prozent niedriger. Das Institut hatte am späten Montag versichert, es verfüge über ausreichend Mittel, die Zinskupons auf Additional Tier 1 (AT1)-Wertpapiere für dieses und das kommende Jahr zu bedienen.

Actelion legten in Zürich 1,1 Prozent zu und waren damit einziger Kursgewinner im Schweizer Leitindex. Das Unternehmen hatte mit seinen Zahlen für 2015 die Analystenerwartungen übertroffen. Vestas Wind Systems gewannen in Kopenhagen nach unerwartet starken Zahlen 7,5 Prozent hinzu. ArcelorMittal gaben in Luxemburg 10,9 Prozent ab, RTL stiegen 1,2 Prozent.

Der Dow-Jones-Index lag zum Handelsschluss in Europa mit 16.005,42 Punkten 0,1 Prozent unter Vortagsniveau, der S&P 500 war mit 1852,30 Zählern ebenfalls nur geringfügig leichter. Viacom sackten nach schwachen Quartalszahlen um mehr als 13,6 Prozent ab. Goodyear Tire & Rubber gewannen dagegen 4,4 Prozent; hier hatten die Zahlen die Erwartungen übertroffen. Salesforce.com stiegen nach einer Aufstufung durch Jefferies um 6,0 Prozent.

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