Dazu gehören aber auch wirtschaftliche Perspektiven, die Ruhe in den aufgebrachten Karton bringen. In der Not sollte nicht nur der Teufel, sondern auch Politiker Fliegen fressen. D.h., jetzt in der Viruskrise wäre die Gelegenheit günstig, die Entrümpelung von Investitionshemmnissen und Bürokratie ideologielos zügig durch die politischen Gremien zu bringen. Jetzt muss mit Mut eine Investitionsoffensive angegangen werden, die die deutsche Infrastruktur auch zugunsten der um ihren Arbeitsplatz bangenden Beschäftigten in die industrielle Neuzeit führt.

Dagegen gehören die selbstgerechten Debatten über Deindustrialisierung und moralisch einwandfreie Steuererhöhungen von erregten Gutmenschen, die uns in depressive Stimmung bringen, in den Eimer für besonders schlimmen Sondermüll. Anders ausgedrückt: In der Politik sind wieder Vater- und Mutterfiguren mit gesundem (wirtschaftlichen) Menschenverstand gefragt, die auch einen medialen Shitstorm aushalten, ohne gleich umzufallen.

Der frühere Wirtschaftswunder-Minister Ludwig Erhard wusste, dass Psychologie in der Wirtschaft mindestens die halbe Miete ist. In Berlin sollte man seinen Namen häufiger googeln.  

Autor Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank in Frankfurt.