Alex Kazonga

Alex Kazonga

Börsenkummer auf kenianisch: „Wir sind noch 1.000 Jahre hier“

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"Wir investieren langfristig, also sorgen wir uns nicht, was gerade passiert, schließlich haben wir vor, hier noch die nächsten 1.000 Jahre oder länger zu bleiben", erklärte Kazongo gestern in einer Pressekonferenz.

"Wir", das ist Kenias staatlicher Pensionsfonds. "Hier", das ist Kenias Hauptstadt Nairobi. Und Alex Kazongo, das ist der Mann, der die Geschicke des 110 Milliarden Kenia-Schilling (828 Millionen Euro) schweren Fonds lenkt.

Zwei Drittel des Portfolios hat Kazongo aktuell in Aktien und Staatsanleihen angelegt. Der Rest steckt in Immobilien. Kenias Leitindex büßte seit Jahresbeginn 19 Prozent ein. Kazongo kratzt das überhaupt nicht. Er denkt in mehr als 30 Generationen. Der Mann hat ein gutes Karma.

Kenias Pensionsfonds ist eine Pflichtveranstaltung: Alle 2,1 Millionen Angestellten in Ostafrikas größter Ökonomie zahlen monatlich umgerechnet drei Euro ein – Arbeitgeber übernehmen die Hälfte dieses Beitrags.

Kazongos Zielrendite ist ambitioniert: 4 Prozent plus die jährliche Inflationsrate – und die lag im Juli bei 15,5 Prozent. Um das "bestmögliche Anlageergebnis" zu erreichen, hat er sich nun Verstärkung besorgt. Gleich sieben Investmentgesellschaften sollen ihm ab sofort mit Rat und Tat zur Seite stehen, darunter der Traditionsversicherer Old Mutual mit Hauptsitz in London, ehemals ein südafrikanischer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.

Ein wenig Unterstützung kann Kazongo gut gebrauchen. Schließlich ist er nebenbei noch Chef zweier führender Zementunternehmen Ostafrikas.

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